„Super-Blutmond“ 2015

Mondfinsternis in Erdnähe 2015.

Hier in aller kürze drei meiner Fotos der Mondfinsternis vom 28.09.2015.

Mondfinsternis 2015

Mondfinsternis 2015 (Smartphone vor das Teleskopobjektiv gewackelt)

Der Medienhype ist vorbei….
Groß? Ne, auch nicht viel mehr als sonst
Rot? ein wenig
War aber dennoch schön dabei zu sein!

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Termin: 28.09.2015 – „Superblutmond“ im Anmarsch! (Mondfinsternis)

Es folgt ein Reblog eines Artikels des Partnerblogs  favicon interstellar.at:
Danke für den Input!

Nach mehr als sieben Jahren ist es wieder so weit. Was? In Österreich (und Deutschland (Anmerkung von astronomisch!) wird am 28. September diesen Jahres eine totale Mondfinsternis zu sehen sein. Noch dazu wird die Stellung des Mondes in Erdnähe sein, das heißt in seinem geringsten Abstand von etwa 360.000 km. Dies wird gemeinhin als „Supervollmond“ bezeichnet (dabei handelt es sich allerdings keineswegs um einen astronomischen Fachbegriff).

Blutmond

Mondfinsternis

Was klingt, wie ein abgedroschenes „Hexenverfilmungsthema“ ist das, was auch kommenden Montag zu sehen sein wird. Dieser Effekt tritt immer dann auf, wenn die langwelligen roten Anteile des Sonnenlichts von der Erdatmosphäre gebrochen werden und auf die Mondoberfläche treffen. Dann verfärbt sich der Mond zusehends rot und man spricht vom „Blutmond“.

Der Vollmond im September wird zusätzlich auch als Erntevollmond bezeichnet. Der Grund dafür ist, dass in früherer Zeit das Licht dieses Vollmondes dazu genutzt wurde, um nach Sonnenuntergang noch die letzten Reste der Ernte einzubringen.

Die Mondfinsternis beginnt gegen 02.00 Uhr morgens und dauert bis zirka 06.30 Uhr. Zwischen etwa 04.00 Uhr und 05:30 Uhr ist der Mond komplett verdunkelt. Er steht dabei im Südwesten. Wenn Sie die Mondfinsternis verfolgen möchten, sichern Sie sich einen Platz hoch oben über Stadt und Land, damit Sie alles ohne Einschränkungen verfolgen können.

Sonne, Mond und Erde

Während sich eine Sonnenfinsternis bei Neumond ereignet, können Mondfinsternisse prinzipiell nur bei Vollmond über die Bühne gehen. Die maximale Dauer solch einer totalen Mondfinsternis beträgt etwa 1 Stunde und 46 Minuten. Die Erde tritt dabei zwischen Sonne und Mond, der nur in dieser Konstellation in den Erdschatten gelangen kann.

Mondfinsternis Ablauf

Der totale Durchblickstrudel

In der Buchreihe „Per Anhalter durch die Galaxis“, genauer im „Das Restaurant am Ende des Universums“ gibt es eine Strafe für Verbrecher namens „Der totale Durchblickstrudel“.
Der totale Durchblickstrudel ist eine grausame Maschine, die jeden Verstand zerstört, indem sie dem Verurteilten seine eigene Größe in Relation zum Universum zeigt.
Der Verstand kann dabei nicht ertragen, wie unwichtig und klein ein Mensch ist.

scale

Nun – willkommen im Durchblickstrudel. Alle folgenden Angaben sind Durchmesser in Kilometern
(Kleinliche Abweichungen von anderen Quellen werden hier ignoriert…)

  1. Kopf-Ohrabstand
    Fangen wir mal da an, wo man sich die folgenden Zahlen vorstellen muss, und die Nullen rein passen müssen – der Kopfdurchmesser Ohr zu Ohr.
    0.00022 km


  2. Mond
    Hält Dich wach!
    3.476 km


  3. Erde
    Du stehst drauf…
    12.742 km


  4. Jupiter
    Größter Planet in unserem Sonnensystem
    139.822 km


  5. HD 100546
    Einer der größten Exoplaneten, etwa 6,9 Jupiter-Radien
    482.385 km


  6. Sonne
    Nein, sie ist nicht so groß wie der Mond, auch wenn es so aussieht! Sie ist nur weiter weg…
    1.400.000 km


  7. UC Scuti
    Unsere Sonne ist groß? Nein.. eher klein. Einer der größten Sterne ist UC Scuti, dessen 1708 mal größer! In unserem Sonnensystem platziert würde er fast bis an den Saturn ran reichen!
    1.200.000.000 km


  8. Sonnensystem
    Schwierig: wo ist die Grenze? Natürlich das wo wir Menschen sind! Allgemein wird angenommen, dass die Voyager Raumsonden unser Sonnensystem gerade verlassen. Voyager2 ist etwa 15 Lichtstunden entfernt
    16.200.000.000 km


  9. Milchstraße
    Ab jetzt wird es Wild! Der Ort, in dem sich unsere Sonnen mit Milliarden anderer Sterne zu einem schönen Wirbel zusammen „geballt“ hat
    946.080.000.000.000.000 km


  10. Lokale Gruppe
    Ein Galaxieenhaufen von etwa 30 Galaxieen, zu dem sich auch unsere Milchstraße gesellt hat. Etwa 8 Millionen Lichtjahre
    75.700.000.000.000.000.000 km


  11. Virgo Superhaufen
    Die nächste große Struktur wäre dann der Virgo Superhaufen. Er besteht aus etwa 200 Galaxieenhaufen. Der Durchmesser beträgt etwa 200 Millionen Lichtjahre
    1.900.000.000.000.000.000.000 km


  12. Beobachtbares Universum
    Die weitesten Objekte die wir beobachten können sind 46,6 Milliarden Lichtjahre entfernt, was ich mal als Radius annehme, denn unser Ausgangspunkt, der Kopf liegt natürlich in der Mitte allen seins 😉
    880.000.000.000.000.000.000.000 km
    (Trilliarden Kilometer)

Das ist und bleibt vermutlich mein Artikel mit den meisten Nullen! Wem die Zahlen zu groß oder zu nüchtern sind, dem empfehle ich folgende Links:

Das uns bekannte Universum im Superzoom als YouTube Video:

Sehr schöne interaktive Animation, mit mehr Details und Angaben in Metern (Jey! Noch mehr Nullen!):

Hilf auch Du der Wissenschaft!

Für mich ein alter Hut, für andere bestimmt noch unbekannt: Verteiltes Rechnen.

Schon etwa 1999 startete ein Projekt namens Seti@Home, was wohl als Urvater des verteilten Rechnens gilt. Es ging und geht dabei um die Suche nach außerirdischer Intelligenz bzw. nach Signalen außerirdischer Intelligenzen durch die Analyse von aufgezeichneten Radioteleskopdaten. Die Datenmengen waren damals so riesig, dass auch Supercomputer diese Arbeit nicht in absehbarer Zeit würden schaffen können. Aber was wäre, wenn man die Rechenleistung von hunderttausenden, wenn nicht gar Millionen Rechnern nutzen könnte, die zu Hause oder sonstwo auf der Welt zumeist mit der Darstellung von Bildschirmschonern beschäftigt sind?

Gesagt, getan. Mit Hilfe eines kleinen Client-Programmes konnte nun jeder bei der Datenanalyse mithelfen. Außerirdische hat man zwar bislang noch nicht gefunden, aber alleine die gesammelte Rechenleistung ist schon sehr beeindruckend: Zwischen 1999 und 2007 hat das zwischenzeitig beendete klassische SETI@home Projekt etwa 2,3 Millionen Jahre Rechenzeit erbracht. In dieser Zeit sind zirka 1,85 Milliarden Resultate von über 5,4 Millionen Benutzern errechnet worden, mit durchschnittlich immer etwa 250000 aktiven Usern. Das Projekt hat zwar keinen Beweis für außerirdische Intelligenz geliefert, aber doch einige Punkte am Himmel ermittelt, die näher analysiert werden sollten.

Wer das Einzelkämpferdasein dabei nicht mag, der kann sich einer der vielen Gruppen anschließen, wie z.B. Seti-Germany. So hat man die Gelegenheit sich und sein Team mit anderen zu vergleichen und sich gegenseitig zu motivieren. Auch ich habe seinerzeit meinen Teil dazu beigetragen und zwischenzeitlich auch ein Team (Seti@Hope) mit über 100 Mitgliedern geleitet.
Meine Seti@Home Teilnehmerurkunde:

Meine Seti@Home Teilnehmerurkunde...

Eine gute Idee findet natürlich auch eine Menge Nachahmer. Immer neue Projekte wurden ins leben gerufen. Die meisten Projekte basieren mittlerweile auf der vereinheitlichten distributed computing Software „Boinc „. Einmal installiert ist sie für verschiedenste Projekte unter Festlegung von Berechnungsprioritäten nutzbar. Die Bandbreite reicht dabei von der Suche nach neuen Primzahlen über divierse Astronomie-Themen bis zur Biotechnologie mit der Unterstützung der Krebsforschung durch Proteinberechnungen.

Hier eine kurze Liste der Projekte mit – mehr oder weniger – astronomischen Hintergrund:

Asteroids@home, Berechnung von Form, Rotationsachse und -periode von Asteroiden im Sonnensystem anhand von Lichtkurven

Einstein@home, Suche nach Hinweisen auf Gravitationswellen von extrem dichten, schnell rotierenden kompakten Sternen

Milkyway@home, Erstellung eines hochgenauen 3D-Computermodell der Milchstraße zu erstellen, wobei die Daten benutzt werden, die vom Sloan Digital Sky Survey erfasst wurden

SETI@home, Suche nach Signalen außerirdischer Intelligenzen

theSkyNet POGS, Erstellung eines Multiwellenlängen-UV/optisch/NIR-Atlas des benachbarten Universums

Universe@Home,verschiedenartige astronomische Problemberechnungen, z.B. Simulation einer Supernova-Simulation

Eine ausführliche Liste mit weiteren Details findet Ihr hier.

Und ja, für´s Auge werden die berechneten Daten auch bei Bedarf als Screensaver dargestellt. DIe Darstellung ist dann Projektabhängig:

einsteinscreensaver2 setiathome

Ursprünglich wurden „nur“ ungenutzte Prozessorressourcen verwendet. Da diese aber von den Rechenkernen moderner Grafikkarten überholt wurden, hat man nun auch die Grafikkarten mit in die Berechnung integriert, was die Analysen deutlich beschleunigt.

Es gibt jedoch auch eine Kehrseite: Den Stromverbrauch. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er seinen PC in den Schlafmodus schickt, oder 150 Watt – je nach Systemausstattung/Grafikkarte auch deutlich mehr – dauerhaft verbrät und somit seine Stromrechnung nicht unwesentlich beeinflusst…

Interessiert? Dann startet HIER!

Aufname des Blogs in Bloglisten und Aufnahme von Partnerseiten

Damit künftig (noch viel) mehr Besucher den Weg zu meiner Webseite finden, habe ich astronomisch! nun in zunächst 3 bekannten Blog-Listen aufgenommen.

Auch werde ich künftig unter Partnerseiten (im Menü unten-rechts) themenverwandte Blogs auflisten, sofern das Verlinken auf Gegenseitigkeit beruht.

von astronomisch Veröffentlicht in Zum Blog