(M)ein kleiner Blog-Rückblick 2016

(M)ein kleiner Blog-Rückblick 2016

Dieses Jahr habe ich es nur auf 22 Artikel gebracht. Etwas weniger als im Vorjahr, was aber nichts zu sagen hat. Im Gegenteil – der Blog macht mir noch immer und sogar mehr Spaß. Die Themen waren dabei sehr vielfältig. Neben astronomischen Fakten, gab es z.B. auch einen Beitrag für Kinder, einen Produkttest und sogar einen eher botanischen Beitrag. Das ist der Vorteil an einem eigenen Blog – man kann schreiben worauf man eben gerade Lust hat. Gemessen an den Zugriffszahlen waren, meiner Meinung nach, auch zwei eher ungewöhnliche Beträge in 2016 die Gewinner:

Earthflag – Die Flagge der Erde
Die neue 5 Euro Münze – hier stimmt ´was nicht…!

Es gab auch mehr Feedback und Infoaustausch mit anderen Bloggern und Besuchern.  Das ist übrigens eine der wesentlichen Motivationen für mich, also textet mich ruhig zu! Ich bin kein Freund von Selbstdarstellungen und verzichte daher bewusst auf einen Besuchercounter oder ähnliches, freue mich aber dennoch, die Zugriffe in 2016 grob gesehen verdoppelt zu haben.

blogDazu kommen noch weitere Zugriffe auf Twitter (@Easy_Astro) und Facebook (astronomisch).

Ich bleibe Euch also auch in 2017 erhalten. Weiterhin viel Spaß beim lesen.

PS
Wer 2014 und 2015 meines Blogs verpasst hat, der sei hiermit eingeladen die Such- und Archivfunktionen sowie die Schlagwörterliste am Rechten Rand zu nutzen. Das ein oder andere davon dürfte Euch auch in 2017 interessieren!

PPS
Da ich zuvor nicht mehr schreiben werde – vergesst nicht folgende Termine:

3. Januar: Quadrantiden

Die nächsten Sternschnuppen sind auf dem Weg zu uns: die Quadrantiden. Der Meteorstrom stammt aus dem Sternbild Bootes. Die Sternschnuppen regnen im Maximum mit einer Zahl von 120 pro Stunde über den Himmel. Wenn Sie in den Morgenstunden des 2. und 3. Januars beobachten, haben Sie die größte Chance auf eine erfolgreiche Beobachtung.

3. Januar: Treffen von Mond, Mars und Venus

In der abendlichen Dämmerung bieten Mond, Mars und Venus heute einen prachtvollen Anblick. Es lohnt sich ab 17:30 Uhr in südwestliche Richtung zu blicken. Dort entdecken sie die drei Kollegen wie auf einer Kette aufgefädelt im Sternbild Wassermann. Reizvoll: Mond und Venus zeigen uns ihre Phasengestalt. Die Phase der zu 55% beleuchteten Venus ist freilich nur im Teleskop zu sehen.

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SLS und Orion – Bis zum Mond und noch viel weiter! – Technik und Status

sls_in_clouds

Copyright: NASA

Bis zum Mond und noch viel weiter!
So könnte das Motto der NASA zu Orion und SLS lauten. Aber was sind Orion und das SLS, und wie ist der aktuelle Status?
Das Orion Projekt lässt einige Meschen schon vom Namen her an die Zukunft denken – erinnert es doch an die damalige Sci-Fi Serie „Raumpatrouille Orion“. Wirkliche Gemeinsamkeiten gibt es jedoch nicht weiter – ausser das es Menschen ins All befördern soll.

SLS/Orion ist eines der ambitioniertsten Projekte der NASA. Nach den bei der Mondlandung verwendeten Saturn V Raketen und den später -ausschließlich für Orbitalflüge-
verwendeten Space Shuttles, soll nun Orion/SLS die Menschen wieder über den Orbit hinaus in All bringen. Zunächst wird das SLS (Space Launch System) voraussichtlich Nutzlast in den Orbit bringen, später soll Orion Menschen zum Mond, und noch später Menschen zum Mars bringen. So sieht es jedenfalls der langfristige Plan vor.

Copyright: NASA

Copyright: NASA

Bisher geplante Termine:
5. Dezember 2014 (unbemannter Orbitalflug)
30. September 2018 (unbemannter Mondflug, geplant)
2023 (bemannter Mondflug, geplant)

SLS/Orion? Was ist was? So wie es früher die Apollo Landekapseln gab, die mit den Saturn Raketen ins All gelangten, so sitzt im Grunde Orion auf dem SLS. Bei Orion handelt es sich also um die Raumkapsel (mit ein paar weiteren Komponenten) mit Platz für 4-6 Personen, und beim dem SLS (Space Launch System) um die Rakete darunter. Das Gesamtkonstrukt ist dabei beeindruckend groß:

groesseIn dieser Darstellung handelt es sich um die SLS-Block 1 Konfiguration. Diese ist erheblich größer als das Space Shuttle, und sogar größer als die Freiheitsstatue, jedoch noch kleiner als die bei der Mondlandung verwendete Saturn V Rakete. – Noch… Die „Block 1B Crew“ Konfiguration übertrumpft mit 364 ft (111 Meter !!!) auch diese. The bigger the better… Aber dazu (Blocks) später mehr.

Es bietet sich an, die beiden Dinge (Orion / SLS) getrennt von einander zu betrachten.

SLS
Das SLS (Space Launch System) ist die neue Schwerlastrakete, man könnte auch sagen das Arbeitstier der NASA. Sie in Gänze zu beschreiben wäre evtl. etwas langweilig und zudem sehr technisch. Eine gute Beschreibung zum Aufbau findet Ihr  hier.

Anders als die Space Shuttles sieht die Rakete eher wieder klassisch aus – wie eine Rakete eben. Allenfalls die beiden an den Seiten angebrachten Booster-Raketen haben einen gewissen Wiedererkennungswert. Das SLS ist dabei grundsätzlich modular aufgebaut. Das Aussehen wird sich im Laufe der kommenden Missionen, angepasst an die steigenden Anforderungen, weiter entwickeln.

Copyright: NASA

Copyright: NASA, Klick zur Vergrößerung!

Die Block 1 Konfiguration wird für den noch unbemannten (aber mit Kapsel!) Testflug zum Mond verwendet werden. Die leistungsfähigere Variante Block 1B Crew dann für den bemannten Mondflug, bei dem mehr Nutzlast befördert werden muss, während Block 1B Cargo, wie der Name schon sagt, für Frachtflüge (Sateliten) verwendet wird. Die Block 2 Konfiguration ist dann für die Marsflüge vorgesehen. Während die Core-Stage (der braun/orange Teil) dabei unverändert bleibt, weicht der Nutzlast-Teil schon erheblich ab, und es sollen auch neue, leistungsfähigere Booster eingesetzt werden.

Orion – auch Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV)
Der erste unbemannte Testflug von Orion, den die NASA Exploration Flight Test 1 (EFT 1) nennt, fand bereits am 5. Dezember 2014 (noch ohne ESM) statt. Ich berichtete darüber:
Orbital-Testflug der neuen NASA Orion Raumkapsel
Nehmt Teil an der Reise zum Mars…

Copyright: NASA

Copyright: NASA

Photo: ESA

Copyright: ESA

Die Kapsel – das Crewmodul – ähnelt in der Form den Apollo-Kapseln, ist aber rund doppelt so groß wie diese: Statt drei finden daher bis zu vier Astronauten darin Platz. Bei Kurzzeit-Missionen im niedrigen Erdorbit können sogar bis zu sechs Crewmitglieder mitfliegen. Wie auch das SLS ist Orion ebenfalls modular aufgebaut. Es besteht also nicht nur aus der Kapsel, sondern auch aus dem Service-Modul, der Rettungsrakete und weiteren Komponenten:

Copyright: NASA

Copyright: NASA

Orion ist dabei nicht rein amerikanisch. Auch die ESA beteiligt sich maßgeblich am Projekt.

Zusammenarbeit mit der ESA:
Wie zwischen NASA und ESA im Dezember 2012 vereinbart, soll das neue US-Raumfahrzeug „Orion“ zur bemannten Erforschung des Weltraums von einem europäischen Servicemodul (European Service Module, ESM) angetrieben werden. Dieses Modul basiert auf dem Design und den Erfahrungen des Versorgungsfahrzeugs ATV (Automated Transfer Vehicle) für die Internationale Raumstation ISS, das Airbus Defence and Space entwickelt und gebaut hat.

Das ESM ist für den Antrieb, die Energieversorgung, die Temperaturkontrolle und weitere zentrale Elemente des Lebenserhaltungssystems verantwortlich und befindet sich unterhalb der Orion-Kapsel. Es stellt Trinkwasser und Atemluft und Strom für die Astronauten im bewohnbaren Modul bereit. Auch dient es als Antrieb, nachdem die letzte Raketenstufe abgetrennt wurde.
Bei der Rückkehr wird es von der Landekapsel abgetrennt und verglüht in der Erdathmosphäre. Voll beladen wiegt allein das ESM beim Start etwa 15 Tonnen.

Das ESM ist bereits fertiggestellt. Am 14.12.2016 erfolgte die Übergabe des Testberichtes an die NASA, was auch gleichzeitig das Ende der Testphase markierte. Uneigennützig ist das Projekt für die ESA natürlich auch nicht. Mit der Lieferung des ESM gleicht die ESA ihren Anteil an den Betriebskosten für die ISS (Internationale Raumstation) für die Jahre 2018 bis 2020 aus. Mit den USA wurde vereinbart, dass die Kosten für die Teilnahme am ISS-Programm über Partergeschäfte verrechnet werden. Man sichert also Arbeitsplätze und stärkt den Technologiesektor während man für die Betriebskosten der ISS keine €uros direkt überweisen muss. Eine Antonov-Transportmaschine wird Anfang 2017 das ESM in die USA transportieren.

Bis zum Marsflug, etwa 2030, stehen uns also noch interessante Dinge bevor. Ich kann schon die Mondflüge kaum abwarten!

 

 

 

(vor allem) für Kinder: Die erstaunlichen Abenteuer von Rosetta und Philae

once

Es war einmal vor langer, langer Zeit…

Mit dem Titel „one upon a time…“ erreichte mich eine esa-Newsmail. Interessiert klickte ich auf den Link, und fand zu meiner Überraschung ein etwa 25 Minuten langes Video über Rosetta und Philae. Wirklich, wirklich toll für Kinder aufbereitet wird dort die gesamte Geschichte der Mission vom Start bis zur finalen Landung Rosettas erzählt. Die Inszenierung ist dabei kindlich knuffig, teils rührend, aber auch gespickt mit vielen interessanten, wissenschaftlichen Informationen und original Bildmaterial.

Der Film ist in verschiedenen Sprachen verfügbar. Die deutsche Version trägt den Titel „Die erstaunlichen Abenteuer von Rosetta und Philae“, und Ihr findet ihn HIER.

Ich muss gestehen, auch als Erwachsener habe ich mir das Video sehr gerne bis zum Schluss angesehen. Gerade in der etwas entschleunigten Weihnachtszeit sollte man, wenn man auch nur etwas astronomisch interessierte Kinder hat, sich einfach mal die Zeit nehmen, und das kleine Filmchen genießen.

Viel Spaß dabei und schöne Festtage!

Seasonsgreetings

Copyright: ESA

 

 

Infografik: Highlights am Winterhimmel von Dezember bis Februar

Es ist kalt geworden da draußen. Aber drinnen ist es warm und über den Dächern rauchen die Schornsteine. Und doch zieht es uns in die sternenklare Winternacht. Denn manche sagen: »Der Winterhimmel beschert uns die wundervollsten Sterne.«Nun, wer kann sich schon der Pracht des Orions entziehen? Welche Spezialitäten bietet uns der Winterhimmel? Die neue Infografik „Highlights am Winterhimmel“ zeigt Ihnen auf einen Blick, was in den Monaten Dezember bis Februar am Himmel passiert.

Infografik Highlights am Winterhimmel 2016/17: Alle Infos auf einen Blick-wann sieht man ISS, Mond, Planeten, Sternbilder

13.-14. Dezember: Geminiden

Schon vorbei, aber für viele leider wohl auch nicht wirklich der Rede Wert gewesen. Der Vollmond dürfte die meisten Schnuppen überstrahlt haben. Wie war Euer Eindruck?

21. Dezember: Wintersonnenwende

Jedes Jahr am 21. oder 22. Dezember erleben wir den kürzesten Tag und die längste Nacht. Am 21. Dezember beginnt der Winter und die Sonne geht schon 16:27 Uhr unter. Die Nacht dauert etwa 12 Stunden. Ein Traum für jeden Hobbyastronomen, der mal so richtig lang am Stück beobachten will. Ein Traum auch für meine Frau, denn ab jetzt wird es wieder heller 😉

22. Dezember: Mond trifft Jupiter

In den Morgenstunden besucht die zu 30% beleuchtete Mondsichel den Gasgiganten Jupiter. Gegen 2:30 Uhr gehen die beiden Himmelskörper über dem Osthorizont auf und stehen nur etwa 4° voneinander entfernt.

3. Januar: Quadrantiden

Die nächsten Sternschnuppen sind auf dem Weg zu uns: die Quadrantiden. Der Meteorstrom stammt aus dem Sternbild Bootes. Die Sternschnuppen regnen im Maximum mit einer Zahl von 120 pro Stunde über den Himmel. Wenn Sie in den Morgenstunden des 2. und 3. Januars beobachten, haben Sie die größte Chance auf eine erfolgreiche Beobachtung.

3. Januar: Treffen von Mond, Mars und Venus

In der abendlichen Dämmerung bieten Mond, Mars und Venus heute einen prachtvollen Anblick. Es lohnt sich ab 17:30 Uhr in südwestliche Richtung zu blicken. Dort entdecken sie die drei Kollegen wie auf einer Kette aufgefädelt im Sternbild Wassermann. Reizvoll: Mond und Venus zeigen uns ihre Phasengestalt. Die Phase der zu 55% beleuchteten Venus ist freilich nur im Teleskop zu sehen.

6. Januar: ISS zieht an Wega vorbei

Für alle Beobachter in München und Umgebung: Es ist immer wieder faszinierend die Raumstation am Himmel zu sehen. Doch wir können sie oft beobachten. Ganz im Gegensatz zu diesem Ereignis: Am 6. Januar zieht die ISS dicht am Stern Wega vorbei.

13. Januar: Venus und Neptun in der Abenddämmerung

Venus und der ferne exotische Neptun stehen im Sternbild Wassermann. Am Abend des 13. Januars zieht Venus nördlich von Neptun vorbei. Mit einem Abstand von nur einem Vollmonddurchmesser ist es ein reizvoller Anblick im Fernglas oder im Teleskop bei geringer Vergrößerung.

18. Januar: Kleinplanet Vesta in Opposition

Sterne, Planeten, Nebel: Aber da gibt es doch noch mehr. Richtig – zum Beispiel Kleinplaneten. Vesta, der zweitgrößte Asteroid des Sonnensystems, steht jetzt in Opposition. Das bedeutet: Er ist die ganze Nacht lang zu sehen und erreicht nun seine größte Helligkeit. Mit 6,2 mag könnten Sie ihn unter einem extrem dunklen Himmel sogar mit dem bloßen Auge sehen. Bereits in kleinen Ferngläsern oder im Teleskop sehen Sie ihn auf alle Fälle. Vesta finden Sie zwischen den Sternbildern Krebs und Zwillinge. Da ein Kleinplanet auf den ersten Blick nicht von einem Stern zu unterscheiden ist, brauchen Sie zum Finden eine Aufsuchkarte.

24. Januar: Jupiter trifft Spica

Ab dem 24. Januar stehen Jupiter und der Stern Spica in der Jungfrau dicht zusammen.

25. Januar: Konjunktion von Mond, Merkur und Saturn

Gegen 7:00 Uhr am Morgen tauchen Mond und Merkur über dem Osthorizont auf. Ein besonders schöner Anblick: Denn die junge und zarte Mondsichel ist nur zu 3% beleuchtet. In der Nähe entdecken Sie den Ringplaneten, etwas weiter oberhalb im Sternbild Schlangenträger.

1. Februar: Treffen von Mond, Mars und Venus

Über dem Südwest-Horizont leuchten Mars und Venus. Am heutigen Abend leistet der Mond den beiden Gesellschaft. Wie eine Kette am Himmel sind sie zwischen den Sternbildern Fische und Walfisch zu finden. Der Mond zeigt uns eine junge, zunehmende Sichel. Etwas weiter oberhalb glimmt der ferne Uranus. Bei so vielen interessanten Objekten kann der Abend ja nur galaktisch gut werden.

5. Februar: Mond trifft Aldebaran

Unangefochten strahlt der Rote Riese Aldebaran als hellstes Objekt im Sternbild Stier. Doch heute besucht ihn der zunehmende Mond. Beide Objekte stehen in einem Abstand von etwa 15 Grad.

7. Februar: Komet 45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova

Es gibt wieder einen hellen Kometen. Der Komet 45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova (kurz: Honda) wandert im Februar durch die Sternbilder Adler, Schlangenträger, Herkules, Nördliche Korne und Bärenhüter. Am 7. Februar geht er gegen 3:10 Uhr auf. Mit einer Helligkeit von 7,8mag ist er ein hervorragendes Objekt für jedes Fernglas. Im Laufe des Februars verfrüht er seine Aufgänge. Am 15. ist er schon um 21:00 Uhr über dem Nordost-Horizont zu sehen. Danach sinkt seine Helligkeit wieder deutlich ab. Aufsuchkarten können Sie mit jedem modernen Planetariumsprogramm erstellen.

21. Februar: Mond trifft Saturn

Vor Sonnenaufgang geben die schmale abnehmende Mondsichel und Saturn ein hübsches Paar ab. Ein lohnender Blick für alle Frühaufsteher.

26. Februar: Mars trifft Uranus

Kurz vor dem Monatsende geben sich Mars und Uranus die Ehre. Sie können die beiden ganz angenehm am Abendhimmel westlich im Sternbild Fische beobachten. Uranus finden Sie ein knappes Grad nordwestlich von Mars. Heute ist außerdem Neumond. Ein schöner Anlass für einen intensiven Beobachtungsabend.

An dieser Stelle nochmals mein Dank an Universe2Go für die abermals gelungene Aufbereitung!