Ist die Voyager 2 Raumsonde aktuell auf dem Rückweg?!

Ich bekomme noch immer regelmäßig die Twitter-Meldungen der Voyager Sonden zu deren aktuellen Status und deren Entfernung zur Erde. So kam ich auf die Idee, mal zu schauen, welche Distanz die Voyager-Sonden seit meinem damaligen Blog-Beitrag vom 09.11.2014 zurückgelegt haben. Also habe ich einen Blick in den Twitter-Account geworfen und die Zahlen geprüft.

Dort las ich zu Voyager 2:
@NSFVoyager2 8 Std.Vor 8 Stunden
I am currently 15 hrs 47 mins 06 secs of light-travel time from Earth

Etwas weiter gescrollt las ich dann einen Monat zuvor:
NSFVoyager2? @NSFVoyager2 14. Apr
I am currently 15 hrs 48 mins 11 secs of light-travel time from Earth

Moment – im April war die Sonde weiter weg als es aktuell der Fall ist?! Ein Fehler? Und keiner merkt es?! Sie fliegt doch von uns weg – in die grobe Richtung Sirius?!  Ich prüfte weitere Einträge, aber die scheinbar falschen Zahlen setzten sich fort – Je weiter ich in die Vergangenheit ging, desto weiter weg war die Sonde.:

@NSFVoyager2 14. März
I am currently 15 hrs 49 mins 25 secs of light-travel time from Earth
@NSFVoyager2 25. Feb.
I am currently 15 hrs 49 mins 47 secs of light-travel time from Earth
@NSFVoyager2 15. Feb.
I am currently 15 hrs 49 mins 49 secs of light-travel time from Earth

Also kam und kommt sie uns aktuell stetig näher…

Dann, am 13. Feb. 2017 wendete sich das Blatt, und die Zahlen verhielten sich wie erwartet
@NSFVoyager2 13. Feb.
I am currently 15 hrs 49 mins 48 secs of light-travel time fromEarth

Was war also passiert? Ist „V’Ger“ (Schönen Gruß an alle StarTrek Fans 😊 ) auf dem Weg zurück zur Erde?
Die Erklärung ist dann doch recht einfach:
Die Sonde bewegt sich mit 57.890 km/h auf der Ebene der Ekliptik (danke an die Astro-Kramkiste!). Auch die Erde bewegt sich auf dieser Ebene, und fliegt dabei von Zeit zu Zeit der Sonde ein Stück weit hinterher,  ist dabei aber mit 107.208 km/h schneller als diese.

In dieser Zeit verringert sich der Abstand. Gleiches gilt übrigens auch für Voyager 1 die mir 61.000 km/h unterwegs ist.
Nach dieser dann doch einigermaßen verständlichen Erklärung komme ich wieder zur meiner Ursprungsfrage:

Welche Distanz hat die Voyager1 Sonde seit meinem damaligen Blog-Beitrag vom 09.11.2014 zurückgelegt? Oder korrekter, wie hat sich der Abstand der Sonde zur Erde vergrößert?

Am 09.11.2014 waren es 19.487.394.953 KM
oder etwa 130 AU (astronomische Einheiten (Abstand Erde-Sonne)
oder 18 Lichtstunden (etwas abgerundet)

Nun (14.05.2017) sind es 20.505.804.127 KM (+ 1018409774 km)
oder etwa 137 AU (+7)
oder 19 Lichtstunden (etwas abgerundet) (+1)

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Die Erde bei Nacht – die aktuelle „Black Marble“

„Blue Marble“ (engl. für Blaue Murmel) ist ein bekanntes Foto der Erde, dass die Besatzung von Apollo 17 im Jahr 1972 aufnahm. Es zeigt die Erde, aufgenommen aus dem Weltraum. Auch aktuelle Collagen aus vielen Satellitenfotos bezeichnet die NASA ebenfalls als Blue Marble. Am 12.04.2017 hat die NASA die aktuelle „BLACK Marble“ veröffentlicht. Im Gegensatz zur ebenfalls sehenswerten „Blue Marble“ zeigen die Bilder die Erde bei Nacht – eine zusammengesetzte, globale Karte der Nachtlichter der Menschen, wie sie im Jahr 2016 beobachtet wurden.

Die NASA hat die verschiedenen Wege untersucht, wie das Licht von Land-, Atmosphären- und Ozeanoberflächen abgestrahlt, zerstreut und reflektiert wird. Die Hauptaufgabe bei der nächtlichen Satelliten-Bildgebung ist dabei die Abrechnung der Mondphasen, die ständig die Menge an Licht, das auf die Erde scheint, variieren – aber in vorhersehbarer Weise . Ebenso verändern saisonale Vegetation, Wolken, Aerosole, Schnee- und Eisdecken die Art und Weise, wie die verschiedenen Teile der Welt beobachtet werden. Die neuen Karten wurden mit Daten aus allen Monaten eines Jahres produziert. Das Team schrieb Code, der jeden Monat die klarsten Nachtansichten ausfilterte und letztlich Mondlicht-freie und mondscheinkorrigierte Daten kombinierte.

 

Die hier zu findenden Bilder habe ich auf eine 1920er Auflösung (Klick auf das Bild…) runtergerechnet. Unter

https://www.nasa.gov/image-feature/new-full-hemisphere-views-of-earth-at-night

findet Ihr den Originalartikel mit weiteren Infos (engl.) und mit noch deutlich höheren Auflösungen und weiteren Bildern. Hier ist dann auch weiter unten (Read full article…) ein Doppelbild Indiens zu finden, wo per Schieberegler die 2012er und 2016er Version der Bilder verglichen werden kann.

Das Copyright der hier verwendeten Bilder liegt natürlich bei der NASA…
Image Credit: NASA Earth Observatory image by Joshua Stevens, using Suomi NPP VIIRS data from Miguel Román, NASA’s Goddard Space Flight Center

 

(vor allem) für Kinder: Die erstaunlichen Abenteuer von Rosetta und Philae

once

Es war einmal vor langer, langer Zeit…

Mit dem Titel „one upon a time…“ erreichte mich eine esa-Newsmail. Interessiert klickte ich auf den Link, und fand zu meiner Überraschung ein etwa 25 Minuten langes Video über Rosetta und Philae. Wirklich, wirklich toll für Kinder aufbereitet wird dort die gesamte Geschichte der Mission vom Start bis zur finalen Landung Rosettas erzählt. Die Inszenierung ist dabei kindlich knuffig, teils rührend, aber auch gespickt mit vielen interessanten, wissenschaftlichen Informationen und original Bildmaterial.

Der Film ist in verschiedenen Sprachen verfügbar. Die deutsche Version trägt den Titel „Die erstaunlichen Abenteuer von Rosetta und Philae“, und Ihr findet ihn HIER.

Ich muss gestehen, auch als Erwachsener habe ich mir das Video sehr gerne bis zum Schluss angesehen. Gerade in der etwas entschleunigten Weihnachtszeit sollte man, wenn man auch nur etwas astronomisch interessierte Kinder hat, sich einfach mal die Zeit nehmen, und das kleine Filmchen genießen.

Viel Spaß dabei und schöne Festtage!

Seasonsgreetings

Copyright: ESA

 

 

Petunia Night Sky

Als ich diesen Blog startete, dachte ich im Leben nicht, ich würde auch über Blumen schreiben. Andererseits ist auch schon DeepSkyDaddie mit seinem Beitrag   Unastronomisches mit astronomischen Zeug – IR-Fotografie    etwas in die Pflanzenwelt abgedriftet. Heute bin ich dann im Baumarkt über die „Petunia Night Sky“ gestolpert und musste sie einfach mitnehmen:

Petunia Night SKy

Petunia Night SKy

Ohne den Namen zu kennen, dachte ich sofort an Galaxien im Weltraum. Meines Erachtens ein Muss für Astro-Fans mit grünem Daumen!

Petunia Night Sky gewann übrigens den FleuroStar Award 2015 / 2016!

Die neue 5 Euro Münze – hier stimmt ´was nicht…!

Ich war mir nicht sicher, ob ich über die Münze etwas schreiben soll oder nicht, denn ein wenig Off-Topic ist das Thema ja schon, aber als kleiner Lückenfüller-Beitrag ist das Thema wohl doch geeignet. Als astronomieinteressierter Mensch spricht mich das Design natürlich an. Bei näherer Betrachtung ist mir aber aufgefallen: hier stimmt ´was nicht…!

Das Design stammt von der Agentur KN (Siehe Kasten, rechter Rand – die Designer Stefan Klein und Olaf Neumann) . Es zeigt in der Mitte der Münze den Planeten Erde, umgeben vom neuen blauen Polymer-Ring (Weltneuheit…), der die schützende Athmosphäre symbolisiert, als Verbindung zwischen Erde und Weltraum. Stellvertretend für den Weltraum wird im äußeren Ring der Münze das Sonnensystem dargestellt. Und hier beginnt das Problem:

© BADV; KN Iserlohn

Welches Sonnensystem ist es? Auf dem ersten Blick soll es wohl unser Sonnensystem sein, was nahe liegt. Bei näherer Betrachtung sind aber verdächtig viele Planeten vorhanden. Geht man dennoch von unserem Sonnensystem aus, so sind ein paar Elemente recht unstrittig:

  • Bei dem großen Bogen am linken, oberen Rand handelt es sich um die Sonne. Die ist im Verhältnis einfach zu groß um auf die Münze zu passen 😉
  • Auch einfach zu erkennen: Der Saturn mit seinem Ring am unteren Rand der Münze.
  • Im Größenverhältnis wenigstens einigermaßen passend: der Jupiter oben rechts. Gut hätte ich hier eine Andeutung des großen roten fleckes gefunden, gern auch in Silber…
  • Etwas kleiner finden sich zwei Planeten auf der linken und rechten Seite der Münze. Diese deute ich als Uranus und Neptun. Auf Grund der gleichartigen Darstellung sind sie auch wechselseitig austauschbar.

Dann wird es schwieriger, denn es sind viele, zu viele kleinere Punkte vorhanden. Mein Deutungsversuch:

  • Links vom Saturn stehen zwei Punkte recht nah beisammen. Es könnte sich hier um eine Darstellung von Erde und Mond handeln. Das wäre im Grunde überflüssig, denn die Erde befindet sich ja schon im Zentrum.
  • Ähnlich groß am oberen Rand könnten ggf. Mars und Venus dargestellt sein.
  • Der Merkur, etwas kleine wäre dann unten links bei der Erde zu finden.
  • Als Pluto-Liebhaber stelle ich ihn mir oben rechts vor.

Trotz allem finde ich aber noch drei weitere, etwas größere Punkte (= Planeten) auf der Münze, die ich nicht zuordnen kann. Was wollen die Designer hier darstellen? Reservierungen für künftige Entdeckungen?

Dennoch, wegen des ansprechenden Designs, und weil ich ein „Fan“ der 5 DM Münze war, habe ich auch schon eine geordert…

Weltbilder

Auf dieser Seite betrachten wir die verschiedenen Weltbilder. Wie gut zu erkennen ist, hat sich unsere Vorstellung von der Welt, die uns umgibt, im Laufe der Jahrhunderte verändert. Jede neue wissenschaftliche Erkenntnis erfordert ein Prüfen und Überdenken des bisherigen Blicks auf die Welt.

Auch heute ist das Weltbild noch im Wandel begriffen. Wir leben zwar seit etwa 400 Jahren nach dem heliozentrischen Weltbild, jedoch ist es nicht das Gleiche wie zu Keplers Zeiten. Neue Entdeckungen wie die von Uranus, Neptun, Pluto, zahllosen Asteroiden und Monden führten zu einer stetigen Anpassung der Vorstellung, was uns so umgibt.

Erst seit wenigen Jahrzehnten wissen wir, dass sich Sterne zu Galaxien versammeln, es Schwarze Löcher gibt, sich das Universum ausdehnt. Weitere intensive Forschungen und Beobachtungen werden sicher noch einige neue Erkenntnisse erbringen, sodass wir das Bild, das wir uns heute von der Welt machen, auch wieder anpassen müssen.

Zeitstrahl Weltbilder


Geozentrisches Weltbild

Weltbild nach Ptolemäus

Ptolemäisches Weltbild

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Charakteristik des geozentrischen Weltbildes
nach Aristoteles und Ptolemäus:

  • Die Erde steht im Mittelpunkt des Kosmos.
  • Die 7 Wandelsterne (Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn) bewegen sich um die Erde.
  • Die Wandelsterne haben eine perfekte Kugelgestalt.
  • Die Wandelsterne sind an Kristallschalen befestigt, damit sie nicht vom Himmel fallen.
  • Die Wandelsterne bewegen sich auf idealen Kreisbahnen.
  • Die Sterne sind alle an der äußeren Kristallschale befestigt und somit alle gleich weit entfernt.
  • Die Sterne bewegen sich auf ihrer Kristallschale um die Erde.
  • Kometen sind Erscheinungen in der äußeren Erdatmosphäre.

Mehr zum geozentrischen Weltbild des Ptolemäus …


Tychonisches Weltbild

Tychonisches Weltbild

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Charakteristik des geozentrischen Weltbildes
nach Tycho Brahe:

  • Die Erde steht im Mittelpunkt des Kosmos.
  • Die Planeten Merkur und Venus bewegen sich um die Sonne.
  • Die Sonne bewegt sich mitsamt der Planeten Merkur und Venus um die Erde.
  • Merkur und Venus zeigen Lichtphasen wie der Mond.
  • Der Mond umkreist die Erde.
  • Die Planeten Mars, Jupiter und Saturn bewegen sich um die Sonne und mit ihr um die Erde.
  • Die Planeten haben eine perfekte Kugelgestalt.
  • Die Planeten sind nicht an Kristallschalen befestigt, da Kometen ihre Bahnen kreuzen.
  • Die Planeten bewegen sich auf idealen Kreisbahnen.
  • Die Sterne sind alle an einer äußeren Kristallschale befestigt und somit alle gleich weit entfernt.
  • Die Sterne bewegen sich auf ihrer Kristallschale um die Erde.

Mehr zum tychonischen Weltbild …


Heliozentrisches Weltbild

Kopernikanisches Weltbild

Kopernikanisches Weltbild

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Charakteristik des heliozentrischen Weltbildes
nach Nikolaus Kopernikus:

  • Die Sonne steht im Mittelpunkt.
  • Die 6 Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter und Saturn bewegen sich um die Sonne.
  • Der Mond umkreist die Erde.
  • Die Planeten haben eine perfekte Kugelgestalt.
  • Die Planeten sind an Kristallschalen befestigt, damit sie nicht vom Himmel fallen.
  • Die Planeten bewegen sich auf idealen Kreisbahnen.
  • Die Sterne sind alle an einer äußeren Kristallschale befestigt und somit gleich weit entfernt.
  • Die Sterne bewegen sich auf ihrer Kristallschale um die Sonne.
  • Kometen sind Erscheinungen in der äußeren Erdatmosphäre.

Mehr zum Kopernikanischen Weltbild …


Keplersches Weltbild

Keplersches Weltbild

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Animation in der Flash-Version

Charakteristik des heliozentrischen Weltbildes
nach Johannes Kepler und Galileo Galilei:

  • Die Sonne befindet sich im Mittelpunkt des Planetensystems.
  • Die Sonne dreht sich um sich selbst, erkennbar an Flecken in der Sonnenatmosphäre.
  • Die 6 Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter und Saturn bewegen sich um die Sonne.
  • Der Mond bewegt sich um die Erde.
  • Merkur und Venus zeigen Lichtphasen wie der Mond.
  • Der Planet Jupiter wird seinerseits von Monden umkreist.
  • Die Planetenbahnen sind keine perfekten Kreisbahnen, sondern Ellipsen.
  • Die Sterne sind unterschiedlich weit von uns entfernt.
  • Die Bewegung der Sterne über den Nachthimmel kommt durch die Drehung der Erde zustande.
  • Kometen können das gesamte Planetensystem durchqueren.

Mehr zum Weltbild von Kepler und Galilei …


Heutiges Weltbild

Heutiges Weltbild

Animation in der Flash-Version

Charakteristik des heutigen heliozentrischen Weltbildes:

  • Die Sonne befindet sich im Mittelpunkt unseres Planetensystems.
  • Die Sonne dreht sich um sich selbst, erkennbar an Flecken in der Sonnenatmosphäre.
  • Die 8 Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun bewegen sich um die Sonne.
  • Merkur und Venus zeigen Lichtphasen wie der Mond.
  • Zahllose Asteroiden und Zwergplaneten bewegen sich um die Sonne.
  • Die meisten Asteroiden halten sich in einem Bereich namens Asteroidengürtel auf.
  • Hinter Neptun gibt es einen Bereich namens Kuipergürtel, in dem unbekannt viele Zwergplaneten die Sonne umkreisen.
  • Der Mond bewegt sich um die Erde.
  • Der Planet Jupiter wird von 67 Monden umkreist, Saturn von 62 Monden, Mars von 2 Monden, Uranus von 27 und Neptun von 13 Monden.
  • Die Planetenbahnen sind keine perfekten Kreisbahnen, sondern Ellipsen.
  • Planeten und Monde sind keine perfekten Kugeln, sondern teilweise recht unförmig mit vielfältigen Oberflächenstrukturen wie Kratern, Gebirgen, Rissen usw.
  • Das Planetensystem wird von einem Halo aus Kleinkörpern umgeben, genannt Oortsche Wolke.
  • Kometen stammen aus dem Kuipergürtel oder der Oortschen Wolken und können auf stark elliptischen Bahnen das gesamte Planetensystem durchqueren.
  • Die Bewegung der Sterne über den Nachthimmel kommt durch die Drehung der Erde zustande.
  • Die Sterne sind unterschiedlich weit von uns entfernt.
  • Es gibt Abermilliarden von Sternen, die viele Billionen Kilometer bis viele Lichtjahre oder auch viele Tausend Lichtjahre von uns entfernt sind.
  • Sterne befinden sich in unterscheidlichen Entwicklungsstadien, sind also unterschiedlich alt und auch unterschiedlich groß.
  • Planeten gibt es auch um andere Sterne als die Sonne, man nennt sie zur Unterscheidung von unseren Planeten Exoplaneten.
  • Milliarden von Sternen bilden Galaxien.
  • Es gibt viele Milliarden Galaxien.
  • Galaxien bilden wiederum Galaxienhaufen
  • Die Milchstraße ist die Galaxie, zu der unser Sonnensystem gehört.
  • Die Sonne umkreist wie alle anderen Sterne der Galaxie das Zentrum der Milchstraße.
  • Im Zentrum der Milchstraße und vieler anderer Galaxien können sich Schwarze Löcher befinden.
  • Der Weltraum ist nicht statisch, sondern dehnt sich aus, wahrscheinlich sogar beschleunigt.
  • Zeit ist nicht absolut, sondern hängt vom Bezugssystem ab.

Mehr zum heutigen Weltbild …

 

Verfasst von Denise.
Veröffentlicht in der Astrokramkiste unter Weltbilder

Entfernungen im All – oder wie lange kriecht man von Kirsche zu Kirsche

suncherry

Um dem gesunden Menschenverstand (gibt´s den noch?) begreiflich zu machen, wie groß die Abstände im Weltraum denn so sind, gibt es die verschiedensten Ansätze. In meinem ersten Astronomie „Buch“ – Die Sterne aus der Was Ist Was Reihe -gab es damals ein kleines, nettes Beispiel: Es ging davon aus, die Sonne wäre etwa so so groß wie eine Kirsche (14mm).

Bitte einmal schätzen, wie weit die Erde dann von ihr entfernt wäre… Antwort: 1,5 m. In diesem Maßstab entsprechen 10 mm im Modell 1.000.000 km in der Realität. Die Erde wäre in diesem Maßstab nur 0,12 mm groß, und unser Mond wäre dann nur ein 0,03 mm großes Staubkorn in 3,8 mm Entfernung. Der äußerste Planet, Pluto wäre in diesem Maßstab 60 m von der Sonne entfernt. Ups Pluto ist ja kein Planet mehr.. Egal, weiter gehts…

Alpha Centauri, der nächste Nachbarstern,  ist 4,3 Lichtjahre oder 41.000.000.000.000 (41 Billionen) km entfernt, was 410 km in unserem Modell entspricht. Vom östlichen Ruhrgebiet aus gesehen liegt der nächste Stern irgendwo bei Berlin. Die anderen Nachbarsterne wären Kirschen in den Hauptstädten Europas.

Wie lange dauert ein Flug zu den nächsten Sternen? Zu lange… Die Voyager Raumsonden brauchen etwa 20.000 Jahre, um ein Lichtjahr zurückzulegen. Daher würde es ca. 80.000 Jahre dauern, bis sie Alpha Centauri,  erreichen würden. In unserem Modell wären die Raumsonden Schnecken, die mit einer Geschwindigkeit von etwa 1 cm pro Tag von einer Hauptstadt zur anderen kriechen.

Mein astronomischer Rückblick 2015

Copyright: ESA

Copyright: ESA

2015 habe ich es auf 29 Beiträge gebracht, was etwa einem Beitrag alle 1,8 Wochen entspricht. Das ist nicht viel, aber ich will meine Leser ja auch nicht stressen ;-). Ich hoffe für den einen oder anderen war etwas interessantes dabei.

Das Jahr 2015 hatte dabei einiges zu bieten. In loser Reihenfolge möchte ich im Folgenden die Themen nochmals erwähnen, die für mich am interessantesten waren:

Sonnenfinsternis
Dieses Ereignis ist, alleine schon auf Grund der Seltenheit, immer interessant. Wer es verpasste, der darf in Deutschland nun bis 2026 warten um die nächste partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Die nächste totale Sonnenfinsternis wird gar erst 2081 zu sehen sein!
Rückblick!

Der Blutmond
Blutmond – fast hat mich das Wort schon generft, aber die Mondfinsternis war wirklich sehenswert.
Dennoch war es einer meiner kürzesten Beiträge:
Groß? Ne, auch nicht viel mehr als sonst
Rot? ein wenig
War aber dennoch schön dabei zu sein!

Konstellationen
Keine Ahnung warum, aber ich bin ein Fan auffälliger Konstellationen am Abend- / Nachthimmel. Davon gab es 2015 gleich mehrere:
Mars und Venus
Ein Himmelspärchen
Mond bei Venus
Venus bei den Plejaden
Himmelspärchen Reloaded
Mars, Jupiter, Venus gemeinsam am Morgenhimmel

Kometen
Bereits 2014 auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko gelandet, hielten uns Rosetta und Philea auch 2015 in Atem. Gelegentlich war der verschollene Lander Philea wenigstens etwas kommunikativ. So konnten nach 7 Monaten Funkstille(Energiesparmodus) immerhin noch 485 von mehr als 8000 Datenpaketen übertragen werden. Nicht viel aber besser als nichts. Im Januar gibt es evtl. noch eine Chance… Rosetta aber erfüllte alle Erwartungen und sendete uns auch tolle Aufnahmen.
Die Rosetta Kometenmission im Ueberblick

Spannend war auch Siding Spring. Der Komet Siding Spring zog praktisch als Streifschuss am Mars vorbei. Das besondere dabei war die Vielzahl an „Beobachtern vor Ort“.
Streifschuss! Komet zieht nahe am Mars vorbei.

Für viele war sicherlich auch Lovejoy interessant…
Eine gute Seite, für alle die sich für Kometen interessieren ist Kometen.info

Bilder und Töne
Am herausragendsten  waren für mich die tollen Bilder des Buran Raumschifffriedhofs,
aber auch die veröffentlichten Archiv-Bilder der Apollo-Missionen.
Eine nette Spielerei waren/sind aber auch die „NASA-Sounds

Raumfahrt
Auch in der Raumfahrt gab es interessante Dinge.
Allen voran versorgte uns SpaceX mit spektakulären Bildern bei diversen Landeversuchen / Explosionen der ersten Falcon 9 Raketenstufe. Letztlich gelang es aber – hierzu meinen Glückwunsch! Bei der NASA konnte man sein Ticket zum Mars lösen, „im Jahr der Raumsonden“ erreichte Dawn Ceres und New Horizons erreichte Pluto (für mich ist er noch immer ein Planet!). Dazu fotografierte „DSCOVR“ auch noch den Mond vor der Erde. An fantastischen Bildern mangelte es also nicht.

Sternschnuppen
Gelegenheit seine Wünsche zu äußern hatten wir, wie im Grunde jedes Jahr, auch dieses mal reichlich:
17. Juli bis 24. August 2015 – Die Perseiden
14. bis 21. November 2015 – Die Leoniden
07. bis 17. Dezember 2015 – Die Geminiden
Für die Perseiden habe ich mir dann auch am 13. August die Nacht um die Ohren geschlagen. Mein damaliges Facebook-Posting um etwa 04:00 Uhr (als Stadtmensch):
Irgendwo in der Elfringhauser Schweiz…allein im Dunkeln…Sehr dunkel hier…und Tiergeräusche…schauder…Aber: Sternschnuppen > 20 zähle noch…

Mein Blog
Also – mir hat, astronomisch(!) gesehen, 2015 sehr gefallen. Es war alles dabei, was ich mir zu Beginn des Blogs gewünscht hatte. Nette Kontakte zu anderen Bloggern, den Aufbau eines kleinen Partnernetzwerkes, positives Feedback und gestiegene Zugriffszahlen – für 2016 bin ich jedenfalls motiviert den Blog fortzusetzen.

Beste Wünsche für 2016!
Thomas Niemann

 

 

Gedankengänge – Krieg der Welt(en) und eine Lösung

Das reblogge ich einfach mal unkommentiert…

stellariumblog.com

In was für einer Zeit leben wir nur? Die Technik schreitet schneller voran, als wir es wahrnehmen können, wir haben für fast alle Krankheiten Medikamente und Therapien entwickelt, haben mehr Lebensmittel als wir essen können und trotzdem verhungern Kinder, sterben Menschen durch Krankheiten und Seuchen und wir führen sinnfreie Kriege wegen Bodenschätzen, Land oder religiösem Fanatismus.

erde atombombe

Bild: Nasa/jpl/caltech

Doch ich habe eine Lösung für all diese Probleme:

Schraubt ein paar Sojus-Kapseln auf Trägerraketen, steckt Barak Obama, Angela Merkel und alle anderen „mächtigen“ dieser Welt, sämtliche Chefs von Großkonzernen sowie den Papst und alle Führer von terroristischen Vereinigungen oder pseudo-religiösen Gruppen wie IS, Al Quaida etc. hinein, sorgt dafür, dass sie sich während des Fluges nicht gegenseitig umbringen und schickt sie auf die erste, bemannte Mondmission seit Jahrzehnten.

Schon die Apollo-Astronauten sagten beim Anblick der Erde aus dem All: „Von hier aus ist die Erde klein und zerbrechlich.“ und „Ein blauer…

Ursprünglichen Post anzeigen 238 weitere Wörter

Earthflag – Die Flagge der Erde

Da wir ja nun offenbar „bald“ zum Mars reisen werden, stellt sich die Frage, wie wir die Menschheit dort repräsentieren werden. Die Standardhandlung: Eine Fahne in den Boden rammen. – Nur welche?

Als der Mond durch die Amis erobert wurde, wurde das Sternenbanner (Stars and Stripes) aufgestellt. Immerhin sind Sterne drauf… mond_usaZusätzlich gab es da auch noch eine Plakette am Lander, wo von der Menschheit die Rede ist und die Weltkugel abgebildet ist.mond_plakette

Seit damals haben sich schon einige Designer an einer allgemeinen Flagge der Erde versucht, von denen ich die mir bekannten nun einmal vorstellen möchte.

un

An erster Stelle wäre da das Banner der vereinten Nationen. Meines Erachtens sehr gelungen und im Grunde auch völlig ausreichend.

Wikipedia: Die Flagge zeigt auf einem himmelblauen Flaggentuch in weiß die Erdkugel umrahmt von zwei Olivenzweigen. Die Karte zeigt die gesamte von Menschen bewohnte Landmasse – also ohne Antarktis. Im Mittelpunkt liegt der geographische Nordpol, um ihn die Kontinente der Nordhalbkugel, die Südhalbkugel ist durch die Projektion, welche einer mittabstandstreuen Azimutalprojektion ähnelt, verzerrt und flächenmäßig zu groß dargestellt. Die Olivenzweige sind ein klassisches Friedenszeichen. Die Flagge zeigt damit das Grundanliegen der Vereinten Nationen: Die ganze Welt in Frieden vereint.

Weil es  grad so schon passt: Mir ist da eine gewisse Ähnlichkeit zur StarTrek Flagge der vereinten Planeten aufgefallen.unp
Man könnte daher von einer zukünftig weiterentwickelten Version der UN-Flagge sprechen.

Nachteil der UN-Flagge: Sie zeigt zwar die in Frieden vereinigte Menschheit (schön wäre es…!), jedoch sagt sie wenig über unsere Position im All oder wenigstens im Sonnensystem aus.

Schon 1970 gab es einen Ansatz, der diesen Punkt etwas berücksichtigt: James Cadle’s „The Flag of Earth„:
flagofearth
Die Darstellung ist bei aller Einfachheit doch schon Aussagekräftig. Die blaue Erde mit Ihrem Mond vor der Sonne im schwarzen Weltall.

Diesen Ansatz hat der Reddit-User „TheFrek“ offenbar aufgenommen und gleich eine ganze Reihe von Flaggen entworfen, die die künftige Ausbreitung der Menschheit berücksichtigen. Die Grundversion sieht dann so aus:

earthflag_solar
Für meinen Geschmack fehlen hier aber die Saturnringe! Weiss hervorgehoben sind dann, auch in den anderen Versionen, die Gebiete, die der Mensch betreten hat (die Sonne mal ausgenommen!).

Der wohl aktuellste Versuch ist die (noch immer inoffizielle) „The International Flag of Planet Earth“ des Designers Oskar Pernefeldt:
The_International_Flag__of_Planet_Earth
Auf der Homepage gibt es eine sehr schöne Darstellung der Flagge in mehreren Qualitativ hochwertigen Fotomontagen und sogar ein 2-minütiges Designkonzept Video. Mit sieben weißen, ineinander verschlungenen Kreisen auf blauem Grund will Pernefeldt die Menschheit repräsentieren. Wie alles auf unserem Planeten miteinander verbunden ist so sind auch die 7 Ringe miteinander verbunden, so Pernefeldt. Das Blau repräsentiert dazu Wasser. Was bleibt ist ein nettes Mandala. Auch wenn die Präsentation klasse ist – mein Favorit ist diese Flagge nicht.

Mal sehen, was dann später mal im Marswind wehen wird.

(Das Copyright der gezeigten Bilder/Designs) gehört den genannten Designern und Organisationen)

Der totale Durchblickstrudel

In der Buchreihe „Per Anhalter durch die Galaxis“, genauer im „Das Restaurant am Ende des Universums“ gibt es eine Strafe für Verbrecher namens „Der totale Durchblickstrudel“.
Der totale Durchblickstrudel ist eine grausame Maschine, die jeden Verstand zerstört, indem sie dem Verurteilten seine eigene Größe in Relation zum Universum zeigt.
Der Verstand kann dabei nicht ertragen, wie unwichtig und klein ein Mensch ist.

scale

Nun – willkommen im Durchblickstrudel. Alle folgenden Angaben sind Durchmesser in Kilometern
(Kleinliche Abweichungen von anderen Quellen werden hier ignoriert…)

  1. Kopf-Ohrabstand
    Fangen wir mal da an, wo man sich die folgenden Zahlen vorstellen muss, und die Nullen rein passen müssen – der Kopfdurchmesser Ohr zu Ohr.
    0.00022 km


  2. Mond
    Hält Dich wach!
    3.476 km


  3. Erde
    Du stehst drauf…
    12.742 km


  4. Jupiter
    Größter Planet in unserem Sonnensystem
    139.822 km


  5. HD 100546
    Einer der größten Exoplaneten, etwa 6,9 Jupiter-Radien
    482.385 km


  6. Sonne
    Nein, sie ist nicht so groß wie der Mond, auch wenn es so aussieht! Sie ist nur weiter weg…
    1.400.000 km


  7. UC Scuti
    Unsere Sonne ist groß? Nein.. eher klein. Einer der größten Sterne ist UC Scuti, dessen 1708 mal größer! In unserem Sonnensystem platziert würde er fast bis an den Saturn ran reichen!
    1.200.000.000 km


  8. Sonnensystem
    Schwierig: wo ist die Grenze? Natürlich das wo wir Menschen sind! Allgemein wird angenommen, dass die Voyager Raumsonden unser Sonnensystem gerade verlassen. Voyager2 ist etwa 15 Lichtstunden entfernt
    16.200.000.000 km


  9. Milchstraße
    Ab jetzt wird es Wild! Der Ort, in dem sich unsere Sonnen mit Milliarden anderer Sterne zu einem schönen Wirbel zusammen „geballt“ hat
    946.080.000.000.000.000 km


  10. Lokale Gruppe
    Ein Galaxieenhaufen von etwa 30 Galaxieen, zu dem sich auch unsere Milchstraße gesellt hat. Etwa 8 Millionen Lichtjahre
    75.700.000.000.000.000.000 km


  11. Virgo Superhaufen
    Die nächste große Struktur wäre dann der Virgo Superhaufen. Er besteht aus etwa 200 Galaxieenhaufen. Der Durchmesser beträgt etwa 200 Millionen Lichtjahre
    1.900.000.000.000.000.000.000 km


  12. Beobachtbares Universum
    Die weitesten Objekte die wir beobachten können sind 46,6 Milliarden Lichtjahre entfernt, was ich mal als Radius annehme, denn unser Ausgangspunkt, der Kopf liegt natürlich in der Mitte allen seins 😉
    880.000.000.000.000.000.000.000 km
    (Trilliarden Kilometer)

Das ist und bleibt vermutlich mein Artikel mit den meisten Nullen! Wem die Zahlen zu groß oder zu nüchtern sind, dem empfehle ich folgende Links:

Das uns bekannte Universum im Superzoom als YouTube Video:

Sehr schöne interaktive Animation, mit mehr Details und Angaben in Metern (Jey! Noch mehr Nullen!):

Hilf auch Du der Wissenschaft!

Für mich ein alter Hut, für andere bestimmt noch unbekannt: Verteiltes Rechnen.

Schon etwa 1999 startete ein Projekt namens Seti@Home, was wohl als Urvater des verteilten Rechnens gilt. Es ging und geht dabei um die Suche nach außerirdischer Intelligenz bzw. nach Signalen außerirdischer Intelligenzen durch die Analyse von aufgezeichneten Radioteleskopdaten. Die Datenmengen waren damals so riesig, dass auch Supercomputer diese Arbeit nicht in absehbarer Zeit würden schaffen können. Aber was wäre, wenn man die Rechenleistung von hunderttausenden, wenn nicht gar Millionen Rechnern nutzen könnte, die zu Hause oder sonstwo auf der Welt zumeist mit der Darstellung von Bildschirmschonern beschäftigt sind?

Gesagt, getan. Mit Hilfe eines kleinen Client-Programmes konnte nun jeder bei der Datenanalyse mithelfen. Außerirdische hat man zwar bislang noch nicht gefunden, aber alleine die gesammelte Rechenleistung ist schon sehr beeindruckend: Zwischen 1999 und 2007 hat das zwischenzeitig beendete klassische SETI@home Projekt etwa 2,3 Millionen Jahre Rechenzeit erbracht. In dieser Zeit sind zirka 1,85 Milliarden Resultate von über 5,4 Millionen Benutzern errechnet worden, mit durchschnittlich immer etwa 250000 aktiven Usern. Das Projekt hat zwar keinen Beweis für außerirdische Intelligenz geliefert, aber doch einige Punkte am Himmel ermittelt, die näher analysiert werden sollten.

Wer das Einzelkämpferdasein dabei nicht mag, der kann sich einer der vielen Gruppen anschließen, wie z.B. Seti-Germany. So hat man die Gelegenheit sich und sein Team mit anderen zu vergleichen und sich gegenseitig zu motivieren. Auch ich habe seinerzeit meinen Teil dazu beigetragen und zwischenzeitlich auch ein Team (Seti@Hope) mit über 100 Mitgliedern geleitet.
Meine Seti@Home Teilnehmerurkunde:

Meine Seti@Home Teilnehmerurkunde...

Eine gute Idee findet natürlich auch eine Menge Nachahmer. Immer neue Projekte wurden ins leben gerufen. Die meisten Projekte basieren mittlerweile auf der vereinheitlichten distributed computing Software „Boinc „. Einmal installiert ist sie für verschiedenste Projekte unter Festlegung von Berechnungsprioritäten nutzbar. Die Bandbreite reicht dabei von der Suche nach neuen Primzahlen über divierse Astronomie-Themen bis zur Biotechnologie mit der Unterstützung der Krebsforschung durch Proteinberechnungen.

Hier eine kurze Liste der Projekte mit – mehr oder weniger – astronomischen Hintergrund:

Asteroids@home, Berechnung von Form, Rotationsachse und -periode von Asteroiden im Sonnensystem anhand von Lichtkurven

Einstein@home, Suche nach Hinweisen auf Gravitationswellen von extrem dichten, schnell rotierenden kompakten Sternen

Milkyway@home, Erstellung eines hochgenauen 3D-Computermodell der Milchstraße zu erstellen, wobei die Daten benutzt werden, die vom Sloan Digital Sky Survey erfasst wurden

SETI@home, Suche nach Signalen außerirdischer Intelligenzen

theSkyNet POGS, Erstellung eines Multiwellenlängen-UV/optisch/NIR-Atlas des benachbarten Universums

Universe@Home,verschiedenartige astronomische Problemberechnungen, z.B. Simulation einer Supernova-Simulation

Eine ausführliche Liste mit weiteren Details findet Ihr hier.

Und ja, für´s Auge werden die berechneten Daten auch bei Bedarf als Screensaver dargestellt. DIe Darstellung ist dann Projektabhängig:

einsteinscreensaver2 setiathome

Ursprünglich wurden „nur“ ungenutzte Prozessorressourcen verwendet. Da diese aber von den Rechenkernen moderner Grafikkarten überholt wurden, hat man nun auch die Grafikkarten mit in die Berechnung integriert, was die Analysen deutlich beschleunigt.

Es gibt jedoch auch eine Kehrseite: Den Stromverbrauch. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er seinen PC in den Schlafmodus schickt, oder 150 Watt – je nach Systemausstattung/Grafikkarte auch deutlich mehr – dauerhaft verbrät und somit seine Stromrechnung nicht unwesentlich beeinflusst…

Interessiert? Dann startet HIER!

Sternenpoesie

Ein kleiner Reblog…
Danke an Chris (Stellariumblog.com)

stellariumblog.com

Mag es sein, dass ich die Unendlichkeit nicht schaue
mir meiner Kleine in der Größe nicht bewusst
ein Wimpernschlag bis ich ergraue
mein Zeitgefühl, reicht nicht zum Schluss

des mensches Leben, einem Funken gleich
im Angesicht der Zeit
ein Sternenleben, Millionen Jahre reich
mein Ich es nicht begreift

zu kurz, der Menschen Tage sind
zu kurz, um zu verstehen
Unendlichkeit, von Anbeginn
das stete Vorwärtsgehen

Nicht schauen auf sein kleinstes Leid
den Blick gen Himmel heben
und sehe all die Pracht der Lichter
beginne, zu verstehen

Christian Costa – 2013

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EPIC! Vollmond der Rückseite des Mondes vor der Erde!

An dieser Aufnahme der EPIC (Earth Polychromatic Imaging Camera) des Satteliten DSCOVR (Deep Space Climate Observatory) ist so einiges ungewöhnlich:

(Bild: NASA/NOAA)
(Bild: NASA/NOAA)

1.) Es zeigt die Erde komplett als Einzelbildaufnahme
2.) Es zeigt den Mond vor der Erde
3.) Es zeigt die Rückseite des Mondes

Was ist an 1-3 ungewöhnlich?!
Seit den Apollo-Missionen (Die Amerikaner wollten zum Mond…) gab es nicht viele Einzelaufnahmen, die die blaue Murmel als Gesamtbild zeigen. Nicht viele Sonden schauen zurück. Fall es dann doch der Fall war, so waren diese meist noch zu nah an der Erde dran, so dass ein Gesamtbild oftmals aus mehreren Einzelaufnahmen zusammengesetzt werden mußte.

Auf dem Bild sieht der Mond so gar nicht wie der unsere aus. Das liegt daran, dass die meisten Menschen nur die uns zugewandte Mondseite kennen, denn der Mond zeigt uns immer die gleiche Seite. Um die Rückseite des Mondes sehen zu können muss man sich also hinter den Mond „stellen“.  2008 gelang der Sonde „Deep Impact“ ein ähnliches Bild, jedoch ohne „Vollerde“, da diese zu diesem Zeitpunkt nur partiell von der Sonne beleuchtet wurde. Auf der Rückseite des Mondes fehlen die großen, dunkleren Mondmeere, die dem Mond sein uns bekanntes Gesicht geben.

Die DSCCOVR (discover=entdecken…) Sonde selbst dient der Beobachtung des „Weltraumwetters“ und wurde übrigens nicht von der NASA oder ESA ins All geschossen, sondern mittels der Trägerrakte Falcon9 des privaten/kommerziellen Unternehmen SpaceX. DSCOVR befindet sich am Lagrange Punkt Nr. 1. Lagrange Punkte, von denen es 5 gibt, sind spezielle Orte im All, an denen sich die Schwerkraft von Sonne und Erde aufheben. Raumsonden können dort ohne oder nur mit wenigen Korrekturmanövern die Position halten.

l1_DSCOVR_diagram-45d9ae6b099beb9f(Bild: NASA)

Hier noch eine Animation der Mond-Passage:

dscovrepicmoontransitfull(Animation: NASA/NOAA)

Weiterführende Links:

Original-Artikel der NASA

DSCOVR – Homepage

Sonnenfinsternis in Brieselang

Da hier in Essen von der SoFi nix zu sehen war, ich das Thema aber nicht unerwähnt lassen möchte verweise ich hiermit auf die tollen Eindrücke und Fotos von „DeepSkyDaddie“

DeepSkyDaddie

IMG-20150320-WA0010 Dat bin icke.

Heute war der Tag der Tage 😉 Ich gebs zu. Ich hatte schon ziemliche Bedenken, ob das Wetter mitspielt. Aber was soll ich sagen? Der olle Wettergott mag den ollen Olli wohl 🙂 Keine Wolken!!! Bis zum Ende der SoFi war es wunderbar klar.

Am Vortag habe ich alles vorab getestet, damit auch heute nichts schief läuft. Dann bimmelte heute morgen der Wecker und es wurde aufgebaut. Hmmmm. Mein Hobby nimmt wohl Platz weg 😀 Aber es wurde noch voller, als Freunde zum geplanten Treffen vorbei kamen. Insgesamt waren acht Teleskope am Start. Alles ordnungsgemäß mit Sonnenschutzfolie gesichert. So einen Mist wie Schweißerbrillen oder Röntgenaufnahmen machen wir hier nicht. Ich hoffe das hat keiner von euch versucht. Ich könnte da teilweise schreiend durch die Gegend rennen, wenn ich diese „Alternativen“ zu einer fehlenden Sonnenbrille höre. Sehr cool fand ich die Idee von einem Kollegen, der heute eine Lochkamera…

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Weit, W E I T weg: Die Botschafter der Erde

Kennt Ihr Voyager 1 und 2? Neben ihren wissenschaftlichen Einsätzen sind diese beiden Raumsonden auch die Botschafter der Erde. Sie tragen eine goldene Schallplatte, deren Gravur die Position der Erde erklären soll. Auch 115 Bilder und allerlei Töne wie beispielsweise Tierlaute, Blitze, Wind und Grüße in 55 Sprachen sind enthalten.

Gestartet wurden beide Sonden 1977.  Bereits 1989 flog Voyager 2 am äußersten Planten Neptun (Pluto zählt ja nicht mehr als Planet) vorbei. Nun, 2014 schicken sie sich an das Sonnensystem zu verlassen, und ihre Reise im interstellaren Raum (Der „leere“ Raum zwischen den Sternen) fortzusetzen. Sie überschreiten also derzeit die „Heliopause“, den Grenzbereich, in dem auch der Sonnenwind nicht mehr messbar ist.

37 Jahre Flugzeit! Duracell an Board? Nein, aber ein Radioisotopengenerator versorgt die Sonde wohl noch bis mindestens 2025 mit Strom, so dass noch immer Messwerte empfangen werden können.

Entfernung von der Erde:

Am 09.11.2014 waren es 19.487.394.953 KM
oder etwa 130 AU (Astonomische Einheuten (Abstand Erde-Sonne)
oder 18 Lichtstunden (etwas abgerundet)
Mehr Infos:!

http://de.wikipedia.org/wiki/Voyager_1

http://de.wikipedia.org/wiki/Voyager_2

http://voyager.jpl.nasa.gov/index.html

Asteroid, Meteor, Komet – alles gleich! Oder nicht?

Asteroid, Meteor, Komet -diese Liste lässt sich noch etwas fortsetzen – mit der Sternschnuppe zum Beispiel. Vielfach werden diese Bezeichnungen im allgemeinen Sprachgebrauch aber auch verwechselt oder einfach falsch angewendet. Hier eine kleine Aufschlüsslung, nach der Größe sortiert:

Meteoroiden (altgriechisch für „Himmelserscheinungen“)
Meteoroiden sind kleine Objekte im Sonnensystem auf einer Umlaufbahn um die Sonne, von denen einige die Erdbahn kreuzen. Ihre Größe reicht von Millimetern (Mikrometeoroiden) bis zu etlichen Metern. Das Gewicht kann mehrere Tonnen erreichen.

Meteor oder Sernschnuppe
Treten Meteoroiden in die Erdatmosphäre ein, so erzeugen sie eine Leuchtspur, Meteor genannt. Kleine Meteore werden auch als Sternschnuppen bezeichnet, große als Feuerkugeln oder Boliden.

Meteorit
Ein eventuell nicht vollständig verglühter Meteoroid, der die Erdoberfläche erreicht, wird Meteorit genannt.

Komet
Ein Komet, auch Schweifstern genannt, ist ein Himmelskörper von einigen Kilometern Durchmesser, bestehend aus Gas, Eis und Gestein. Kometen bildeten sich in den äußeren, kalten Bereichen des Sonnensystems wo die reichlichen Wasserstoff-Verbindungen zu Eis kondensierten.
Sie umrunden die Sonne in sehr spitzen Umlaufbahnen. In Sonnennähe erhitzen sich die losen Bestandteile und gasen aus. Die Ausgasungen erzeugen die Koma, eine nebelige Hülle die den Komet umgibt. und meist auch einen leuchtenden Schweif entwickelt. Der
In Sonnennähe ist der meist nur wenige Kilometer (maximal 20 km) große Kometenkern von einer diffusen, nebeligen Hülle umgeben, die Koma genannt wird und eine Ausdehnung von 2 bis 3 Millionen km erreichen kann. Durch den Sonnenwind entsteht in Sonnennähe ein Schweif, der eine Länge von mehreren Millionen Kilometern erreicht.

Asteroid
Als Asteroiden (griechisch für „sternähnlich“), werden Objekte bezeichnet, die sich auf keplerschen Umlaufbahnen um die Sonne bewegen. Mit mehreren Kilometern Größe (auch mal 3-stellig) sind sie größer als Meteoroiden, aber kleiner als Zwergplaneten zu denen (neuerdings) auch „Pluto“ gehört. In Sonnennähe gasen sie im Gegensatz zu Kometen nicht aus.

Also: Sternschnuppe != (ungleich) Komet!

ALLES dunkel in 8 Minuten!

Die Sonne ist im Schnitt 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Diese Entfernung wird auch als eine astronomische Einheit (abgekürzt AE, international AU für englisch astronomical unit) bezeichnet.

Das Licht hat eine wahnsinnige Geschwindigkeit von etwa 300 000 Kilometern pro Sekunde(!). NICHTS ist schneller. Für eine Astronomische Einheit (also von der Sonne zur Erde) benötigt das Licht 499 Sekunden, also 8 Minuten und 19 Sekunden. Rechnungsabweichungen ergeben sich hier durch großzügege Rundungen.

Würde unsere Sonne plötzlich erlischen, so bekämen wir es also erst nach etwa 8 Minuten mit, wenn uns der letzte Lichtstrahl erreicht hat. Und dann ist´s duster – und bleibt es!

 

 

Sonne und Mond – gleich groß?

Für viele sonnenklar, aber manche leben ja noch etwas hinterm Mond. (Wahnsinns Wortspiel!).
Sonne und Mond erscheinen am Himmel in etwa gleich groß – nur sind sie es nicht!

Die Sonne ist etwa 400 mal (!) größer als der Mond. Wie es aber Mutter Natur wollte, ist sie dafür aber auch etwa 400 mal weiter weg. Daher erscheinen beide Gestirne am Himmel gleich groß.

Schiebt sich der Mond vor die Sonne gibt es eine Sonnenfinsternis, die aber extrem selten vorkommt.

Mehr dazu ein andermal…

Nehmt Teil an der Reise zum Mars…

Ihr wollt zum Mars, aber nicht selbst fliegen?

Ihr wollt Flugmilen sammeln? Aber doch bitte nicht im Flugzeug – das dauert zu lange!

Dann registriert Euch bis zum 31.10.2014 bei der NASA und sichert Euch ein Flugticket für Euren Namen:

http://mars.nasa.gov/participate/send-your-name/orion-first-flight/#name-form

Also – ich bin dabei:

nasa_ticketDie Flugreihe beginnt mit einem Orbital-Testflug der neuen Orion Raumkapsel, mit der dann letztlich (hoffentlich) die ersten Menschen auf dem Mars landen sollen. Zuvor wird die Orion Kapsel aber auch für künftige ISS/Mond Missionen als Ersatz der Space-Shuttles verwendet.

Der erste Orbital-Testflug bringt dann 96560km. Mit der Registrierung nehmt Ihr (also Euer Name…) automatisch auch an kommenden Missionen teil.

Sinnfrei? Ja, aber viel Spass dabei!