NASA / esa – und sonst? – Eine Menge!

 

NASA / esa – und sonst? – Eine Menge!

 

Denkt man an das Thema Raumfahrt, so kommt einem wohl meist recht schnell auch die NASA in den Sinn. Da in den Medien aktuell sehr präsent, kennt man auch das kommerzielle Unternehmen Space X. Als Europäer ggf. auch noch die esa. Als deutscher Staatsbürger kennt man vielleicht das DLR. Die Bedeutung für diese Abkürzungen kennen dann auch schon deutlich weniger Leute, aber dann hört es meist auch schon auf.

OK, die „Russen“ machen auch noch was. Aber was? Und die Chinesen? Und sonst? Diese Fragen habe ich mir selbst auch gestellt. Die „sonstigen“ nationalen Raumfahrt-Organisationen kommen in der allgemeinen Presse ja nur selten vor. Im diesem Blog-Beitrag habe ich daher mal einige Informationen zusammengetragen, um eine kleine Übersicht zu erstellen, welche Raumfahrtorganisationen es sonst noch gibt, und was diese aktuell so treiben.

Schnell habe ich gemerkt, dass da doch deutlich mehr Organisationen aktiv sind, als ich dachte. Ich denke daher, ein Blick über den meist westlich orientierten Tellerrand kann nicht schaden. Der folgende Inhalt soll nur einen groben Überblick geben, und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – weder quantitativ noch inhaltlich.  Während des Schreibens dieses Blog-Betrages ist mir der Umfang klarer geworden. Auch die aktuelle Dynamik, nicht zuletzt durch die privaten Organisationen, und dem fast flächendeckenden Fernziel: Mars befeuert, wird mich wohl dazu bringen, dem Thema künftig wohl einen eigenen Blog-Bereich widmen. Beginnen werde ich dennoch mit den bekannteren Organisationen.

Organisation: NASA

Land: U.S.A.
Raumhäfen: Cape Canaveral Air Force Station, Kennedy Space Center, Vandenberg Air Force Base, Wallops Flight Facility
Aktuelle Raketensysteme: Atlas, Delta, Titan
Raumstation: ISS
Zukunft / Aktuelles Großprojekt: ISS, SLS / Orion -> Mondlandung -> Mars
Raumfahrer: Astronauten

Die NASA sagt über sich selbst:
Die Vision der NASA: Wir greifen nach neuen Höhen und offenbaren das Unbekannte zum Wohle der Menschheit.
Tausende von Menschen arbeiten seit Jahrzehnten auf der ganzen Welt und versuchen, einige grundlegende Fragen zu beantworten. Was ist da draußen? Wie kommen wir dorthin? Was werden wir finden? Was können wir dort lernen oder lernen, indem wir versuchen, dorthin zu gelangen, um das Leben hier auf der Erde verbessern?

Aktuell:
Nach dem Ende des Space-Shuttle Programms hat die NASA keine eigenen Raumtransporter mehr im Portfolio. DIe Versorgung der ISS wurde daher an andere Organisationen abgegeben. Die US-Raumfahrtbehörde NASA, die National Aeronautics and Space Administration, will aber möglichst bald wieder Menschen auf den Mond bringen. Das aktuelle Fernziel ist danach der Mars. Umgesetzt werden soll das Ganze mit dem neuen SLS (Space Lauch System) und der Orion-Kapsel, an der auch die ESA beteiligt ist. Diesem Thema habe ich bereits einen eigenen Beitrag gewidmet: https://astronomisch.wordpress.com/2016/12/29/sls-und-orion-bis-zum-mond-und-noch-viel-weiter-technik-und-status/

 

Organisation: ESA
Land: „Europa“ Details – siehe Text
Raumhafen: Guiana Space Center, auch Raumfahrtzentrum Guayana, bei Kourou
Aktuelle Raketensysteme: Ariane, Vega
Raumstation: ISS
Zukunft / Aktuelles Großprojekt: Orion Service Modul (ESM), ISS, Ariane (v6 ab ca. 2020), ExoMars
Raumfahrer: Astronauten

Die esa sagt über sich selbst:
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist Europas Tor zum Weltraum.
Ihre Aufgabe ist es, die Entwicklung der Raumfähigkeiten Europas zu gestalten und dafür zu sorgen, dass die Investitionen im Weltraum den Bürgern Europas und der Welt weiterhin Vorteile bringen.

An der esa (European Space Agency) sind folgende Länder beteiligt:
Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Italien, Niederlande, Schweden, Schweiz, Spanien, Irland, Norwege, Österreich, Finnland, Portugal, Griechenland, Luxemburg, Tschechien, Rumänien, Polen Estland, Ungarn.
Zukünftige Missionen:
http://www.esa.int/About_Us/Welcome_to_ESA/Future_activities_of_the_European_Space_Agency
http://www.esa.int/Our_Activities/Operations/Current_and_future_missions

Auch die esa möchte weiterhin zum Mars. Die ExoMars Missionsreihe wird fortgesetzt und 2020 soll ein esa-Rover in Kooperation mit ROSKOSMOS (folgt..) zum Mars Starten.

 

Organisation: ROSKOSMOS
Land: Russland
Raumhafen: Baikonur, Plessezk, Wostochny, weitere
Aktuelle Raketensysteme: Soyuz, Proton, Angara (in Entwicklung)
Raumkapsel/Transporter: Soyuz/Progress
Raumstationen: aktuell ISS, früher Saljut 1-7, Kosmos 557, Mir
Raumfahrer: Kosmonauten

ROSCOSMOS  sagt über sich selbst:
ROSCOSMOS ist eine staatliche Gesellschaft, die im August 2015 gegründet wurde, um eine umfassende Reform der russischen Raumfahrtindustrie zu überwachen und umzusetzen.
ROSCOSMOS sorgt für die Umsetzung des Weltraumprogramms der russischen Regierung und ihrer gesetzlichen Bestimmungen. ROSCOSMOS erteilt außerdem Aufträge für die Entwicklung, Herstellung und Lieferung von Weltraumgeräten und Objekten der Weltrauminfrastruktur.
Die staatliche Körperschaft ist auch für die internationale Raumfahrtkooperation verantwortlich und hat die Aufgabe, die Voraussetzungen für die zukünftige Nutzung von Ergebnissen der Weltraumaktivitäten in der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Russlands zu schaffen.

Für die russische Raumfahrbehörde ROSKOSMOS ist die Erforschung des Mondes eines der Hauptziele. Bis 2030 will Moskau einen Kosmonauten zum Erdtrabanten schicken. Zuvor sollen jedoch mehrere Sonden den Mond erkunden. Der bekannteste russische Raumhafen ist Baikonur. Dieser liegt jedoch nicht in Russland, sondern in Kasachstan. Russland zahlt für die Nutzung des Raketenstartplatzes in Baikonur jährlich rund 200 Mio. Euro an Kasachstan.

Aktuell wird ein neuer Raketentyp, die Angara, entwickelt. Diese Schwerlastrakete soll die Proton ersetzen. Bereits geplante bemannte Starts wurden verschoben, aktuell ist mit einer aktiven Nutzung der Angara etwa 2025 zu rechnen. Weiterhin soll etwa 2025/2030 eine neue Raumstation in Erdorbit erbaut werden. Ob diese international erstellt und betrieben wird, oder doch in Eigenregie – das steht noch in den Sternen. Ggf. werden diese Pläne aber auch zugunsten des “Deep Space Gateway“ aufgegeben. Hierzu ein andermal mehr…

 

Organisation: CNSA
Land: China
Raumhafen: Kosmodrome Jiuquan, Xichang, Taiyuan, Wenchang
Aktuelle Raketensysteme: Langer Marsch 3-5
Raumkapsel/Transporter: Shenzhou
Raumstationen: Tiangong 1 (kurz vor Absturz), Tiangong 2, Tianhe (Baubeginn 2018)
Raumfahrer: Taikonauten

Am 14. Dezember 2013 erfolgte mit Chang’e-3 die erste unbemannte Mondlandung des chinesischen Mondprogramms. Ein Mondrover mit Namen Yutu (Jadehase) war drei Monate lang auf der Mondoberfläche unterwegs. CHINAs CNSA (China National Space Administration) will im November 2017 eine zweite Mond-Sonde auf den Erdtrabanten schicken. Die Mission von Change 5 soll ein Landefahrzeug auf dem Mond abzusetzen, Proben sammeln und diese zurück auf die Erde zu bringen. Eine weitere Mondmission, die verspätete Change 4 ist für das Jahr 2018 geplant. Auch eine bemannte Mission zum Mond ist für die Jahre danach auf der ToDo Liste.
Webseiten:
http://www.cnsa.gov.cn/
http://www.cnsa.gov.cn/n6443408/index.html (völlig anderes Layout, 2016?!)

Neu entwickelt wurde kürzlich die Rakete Langer Marsch 5, eine Rakete mit einer Nutzlast von 25 Tonnen. Weiterhin bereits in Planung:  Langer Marsch 6 und Langer Marsch 7. Bis zum Jahr 2030 plant China den Start von 9 bis 10 Sonden zur Erforschung des Sonnensystems. Vorgeschlagen sind Orbiter, Lander und Rover für den Mars, sowie eine spätere Sample Return Mission, Orbiter für Venus und Jupiter und eine Sample Return Mission zum Zwergplaneten Ceres.

Bemannte Raumfahrt:

Die nächsten Ziele in der bemannten Raumfahrt sind die Errichtung einer bemannten Raumstation und eine bemannte Landung auf dem Mond. Zusätzlich zu den 12 Taikonauten, die 1998 ausgewählt wurden, wird eine weitere Gruppe von sieben Raumfahreranwärtern (fünf Männer und zwei Frauen) ausgebildet. Außerdem läuft derzeit noch ein weiterer Auswahlprozess, der noch 45 Kandidaten in der engeren Wahl hat, aus denen eine weitere Taikonautengruppe gebildet wird.

Errichtung einer Raumstation

An der Internationalen Raumstation ISS ist China, auch wegen Bedenken der USA, nicht beteiligt. Jedoch hat China eigene Raumstationen mit dem Namen Tiangong 1 und 2.
Tiangong 1 wird jedoch voraussichtlich zwischen Ende Dezember 2017 und Ende Februar 2018 abstürzen. Die Raumstation Tiangong 2 wurde im September 2016 gestartet und von der Besatzung von Shenzhou 11 einen Monat lang betrieben. Geplant ist eine große modulare Raumstation „Tianhe“ , die ab 2018 aufgebaut werden soll.

 

Organisation: ISRO
Land: Indien
Raumhafen: Satish Dhawan Space Centre (SHAR)
Aktuelle Raketensysteme: GSLV
Raumfahrer: Vyomanaut

Die ISRO sagt über sich selbst:
Indien entschied sich, in den Weltraum zu gehen, als das indische Nationalkomitee für Weltraumforschung (INCOSPAR) im Jahr 1962 von der Regierung Indiens gegründet wurde. Im Laufe der Jahre hat die ISRO ihre Mission bekräftigt, dem Gemeinwohl der Nation zu dienen. Dabei ist es eine der sechs größten Raumfahrtagenturen der Welt geworden

INDIEN wird in absehbarer Zeit wohl keine Menschen auf den Mond schicken. Trotzdem hat die Weltraumagentur ISRO (Indian Space Research Organisation) eigene Pläne mit dem Erdtrabanten. Bereits 2008 landete eine indische Sonde auf dem Mond, 2018 soll erstmals ein Roboterfahrzeug folgen.

Orbiter zu Mond und Mars

Ein erster Erfolg war am 22. Oktober 2008 der Start der Mondsonde Chandrayaan-1. Sie umrundete den Erdtrabanten als Mondorbiter mehr als 3400 Mal und sandte zahlreiche Messdaten und Fotos zur Erde. Ende August 2009 brach jedoch der Funkkontakt ab.

Am 5. November 2013 startete der Marsorbiter Mars Orbiter Mission mit einer PSLV-XL-Rakete und erreichte am 24. September 2014 den Mars.

Weitere und zukünftige Aktivitäten

Ende 2005 begann die ISRO mit Bodentests neu entwickelter kryogener Trägerraketen (mit flüssigem Sauerstoff und Wasserstoff). Im Zentrum stand zunächst die Oberstufe der GSLV-Rakete für Starts in eine geostationäre Umlaufbahn. Der erste Start einer GSLV war zwar schon 2001 erfolgt, jedoch noch mit der russischen Oberstufe 12KRB. Indien verfügt nun nach USA, Europa, China, Russland und Japan ebenfalls über kryogene Raketentechnologie. In Vorbereitung befindet sich ein Test einer Rückkehrkapsel.

Inzwischen ist die indische Raumfahrt unabhängiger von ausländischer Technik, was auch die Entwicklung der großen GSLV-Mk-III-Rakete zeigt. Mit über 600 Tonnen Startgewicht hat sie fast die Dimensionen einer Ariane 5 und sieht auch so ähnlich aus. Sie hat jedoch nur die halbe Nutzlast einer Ariane 5, wird aber auch weniger als die Hälfte kosten. Geschätzt wird, dass Indien im Jahr 2020 eigene Astronauten mit einer eigenen Rakete in den Weltraum bringen könnte.

 

Organisation: SpaceX
Land: U.S.A
Raumhafen: Cape Canaveral Air Force Station, Kennedy Space Center, Vandenberg Air Force Base
Aktuelle Raketensysteme: Falcon 9, Falcon Heavy
Raumkapsel/Transporter: Dragon, Dragon V2 (2018)
Raumfahrer: – Noch gibt es keine bemannten Flüge von SpaceX

O-Ton der eigenen Webseite:
SpaceX entwirft, fertigt und startet fortschrittliche Raketen und Raumfahrzeuge. Das Unternehmen wurde 2002 gegründet, um die Weltraumtechnologie zu revolutionieren, mit dem Ziel, Menschen auf anderen Planeten zu leben.

SpaceX ist eine private Firma, die 2002 von CEO und Lead Designer Elon Musk gegründet wurde. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 5.000 Mitarbeiter am Hauptsitz in Hawthorne, Kalifornien. Schaut man sich die Webseite von SpaceX an, so wird schnell klar, dass SpaceX keine Behörde ist. Hier geht es auch nicht um Forschung, nicht wirklich jedenfalls. SpaceX ist Kommerz. Die Webseite ist hochglanzpoliert und klar auf den Verkauf der eigenen Produkte ausgelegt.
SpaceX ist derzeit auf Transportflüge ausgerichtet. Alleinstellungsmerkmal ist hier sicherlich die wiederverwendbare (weil selbständig und aufrecht landende) Haupt-Raketenstufe, sowie – nach eigenen Angaben -die derzeit mit Abstand leistungsfähigste Rakete der Welt seit SaturnV- die Falcon Heavy:
Ihre erste Stufe besteht aus drei Kernen von Falcon 9, Nur die Saturn-V-Mondrakete, zuletzt 1973 geflogen, lieferte mehr Nutzlast in die Umlaufbahn. Die Falcon Heavy wurde von Anfang an darauf ausgelegt, Menschen in den Weltraum zu befördern und die Möglichkeit zu schaffen, Missionen mit der Besatzung auf den Mond oder den Mars zu fliegen. Neben dem Kommerziellen Erfolg ist letzteres das erklärte Ziel von Elon Musk.

Aufträge für Ihren eigenen Bemannten Flug bitte an: sales@spacex.com

 

Ausblick:

Anstehende Ergänzungen dieses Artikels: CSA (Kanada), DLR (Deutschland), Virgin Galactic

 

Advertisements

Sende Deinen Namen zum Mars mit Mars-Insight!

Sende Deinen Namen zum Mars mit Mars-Insight!

Kleines Update, denn diesen Beitrag gab es schon. Nur seinerzeit wurde die Mission verschoben. Nun wird sie langsam wieder aktuell, und die Möglichkeit zur Registrierung besteht noch immer – aber es wird Zeit….

Am 15.10.2014 Startete ich diesen Blog mit dem Artikel „Nehmt Teil an der Reise zum Mars…„. Unter der Bezeichnung NASAs „journey to mars“ fasst die NASA alle Marsmissionen der kommenden Jahre zusammen, die letztlich in einer bemannten Landung auf dem Mars gipfeln sollen.

Neben den rein wissenschaftlichen Programmen gibt es auch ein Begleitprogramm, in dessen Rahmen eine Liste von Namen auf einem Mikrochip mit an Board der Sonden/Lander/Kapseln sein wird. Registriete „Reisende“ sammeln dabei mit Ihren offiziellen Flugtickets Flug-(Space-?)Meilen. Sinnfrei? Ja, aber viel Spass dabei! Habt Ihr schon am Testflug der Orion-Raumkapsel teilgenommen oder wollt Ihr nun starten?

Dann registriert euch bis zum 01. November 2017 HIER.

Mein Programmstatus und meine Flugtickets:

 

 

 

 

Neben diesem Spass-Faktor gibt es natürlich auch dieses mal einen ernsthaften Missions-Hintergrund:

InSight, Copyright: NASA

InSight, Copyright: NASA

Die kommende Mission ist Mars – InSight.
InSight soll einen einzelnen stationären Lander auf dem Mars platzieren, der tiefere Gesteinsschichten untersuchen und dadurch zur Klärung grundlegender Streitfragen der Planeten- und Sonnensystemwissenschaften um Prozesse, die die Gesteinsplaneten des inneren Sonnensystems (inklusive der Erde) vor mehr als fünf Milliarden Jahren formten, beitragen soll. InSights Hauptziel ist die Erforschung der frühesten Entwicklungsprozesse, die den Mars formten. Durch Untersuchung der Größe, Dicke, Dichte und der allgemeinen Struktur des Kerns, Mantel und Kruste, als auch des Maßes, mit dem Wärme das Planeteninnere verlässt, soll InSight Rückschlüsse über die Entstehungsprozesse aller Gesteinsplaneten des inneren Sonnensystems ermöglichen.
(Quelle und weitere Details: Wikipedia)

Registrierung bis: 01.11.2017
Missionsstart: 05.05.2018
Landung: 26.11.2018
Missionsdauer: ca. 2 Erdenjahre

 

 

Termin: 15 September 2017 – Cassinis großes Finale / Video

Termin: 15 September 2017 – Cassinis großes Finale / Video

am 15. September wird die Cassini-Saturnsonde Ihre fast 20 jährige Mission mit einem „Sturz auf Saturn“ beenden.
Hierzu hat die NASA(/JPL) einen wirklich sehenswerten Film erstellt – vom Missionsstart bis zum großen Finale.

Copyright NASA/JPL

Copyright NASA/JPL

Ein interessantes Missionsarchiv findet Ihr hier.

Ihr mögt gute, missionsbezogene 3D Animationsfilme? Dann schaut Euch auch unbedingt den Jupiter / Juno Cinematic Trailer an!

 

 

 

Ist die Voyager 2 Raumsonde aktuell auf dem Rückweg?!

Ich bekomme noch immer regelmäßig die Twitter-Meldungen der Voyager Sonden zu deren aktuellen Status und deren Entfernung zur Erde. So kam ich auf die Idee, mal zu schauen, welche Distanz die Voyager-Sonden seit meinem damaligen Blog-Beitrag vom 09.11.2014 zurückgelegt haben. Also habe ich einen Blick in den Twitter-Account geworfen und die Zahlen geprüft.

Dort las ich zu Voyager 2:
@NSFVoyager2 8 Std.Vor 8 Stunden
I am currently 15 hrs 47 mins 06 secs of light-travel time from Earth

Etwas weiter gescrollt las ich dann einen Monat zuvor:
NSFVoyager2? @NSFVoyager2 14. Apr
I am currently 15 hrs 48 mins 11 secs of light-travel time from Earth

Moment – im April war die Sonde weiter weg als es aktuell der Fall ist?! Ein Fehler? Und keiner merkt es?! Sie fliegt doch von uns weg – in die grobe Richtung Sirius?!  Ich prüfte weitere Einträge, aber die scheinbar falschen Zahlen setzten sich fort – Je weiter ich in die Vergangenheit ging, desto weiter weg war die Sonde.:

@NSFVoyager2 14. März
I am currently 15 hrs 49 mins 25 secs of light-travel time from Earth
@NSFVoyager2 25. Feb.
I am currently 15 hrs 49 mins 47 secs of light-travel time from Earth
@NSFVoyager2 15. Feb.
I am currently 15 hrs 49 mins 49 secs of light-travel time from Earth

Also kam und kommt sie uns aktuell stetig näher…

Dann, am 13. Feb. 2017 wendete sich das Blatt, und die Zahlen verhielten sich wie erwartet
@NSFVoyager2 13. Feb.
I am currently 15 hrs 49 mins 48 secs of light-travel time fromEarth

Was war also passiert? Ist „V’Ger“ (Schönen Gruß an alle StarTrek Fans 😊 ) auf dem Weg zurück zur Erde?
Die Erklärung ist dann doch recht einfach:
Die Sonde bewegt sich mit 57.890 km/h auf der Ebene der Ekliptik (danke an die Astro-Kramkiste!). Auch die Erde bewegt sich auf dieser Ebene, und fliegt dabei von Zeit zu Zeit der Sonde ein Stück weit hinterher,  ist dabei aber mit 107.208 km/h schneller als diese.

In dieser Zeit verringert sich der Abstand. Gleiches gilt übrigens auch für Voyager 1 die mir 61.000 km/h unterwegs ist.
Nach dieser dann doch einigermaßen verständlichen Erklärung komme ich wieder zur meiner Ursprungsfrage:

Welche Distanz hat die Voyager1 Sonde seit meinem damaligen Blog-Beitrag vom 09.11.2014 zurückgelegt? Oder korrekter, wie hat sich der Abstand der Sonde zur Erde vergrößert?

Am 09.11.2014 waren es 19.487.394.953 KM
oder etwa 130 AU (astronomische Einheiten (Abstand Erde-Sonne)
oder 18 Lichtstunden (etwas abgerundet)

Nun (14.05.2017) sind es 20.505.804.127 KM (+ 1018409774 km)
oder etwa 137 AU (+7)
oder 19 Lichtstunden (etwas abgerundet) (+1)

Fly me to the moon … Ok!

Umgehauen hat mich heute ein Tweet von Elon Musk: Fly me to the moon – OK

Seitdem habe ich einen Ohrwurm. Und das lapidare „OK“ weckt bei mir gleichermaßen etwas Belustigung wie auch Bewunderung. Verlinkt wird ein erklärender Bericht von SpaceX:
„Wir freuen uns zu verkünden, dass SpaceX beauftragt wurde, zwei Privatleute auf einer Reise um den Mond Ende des nächsten Jahres zu fliegen. Sie haben bereits eine erhebliche Anzahlung bezahlt, um eine Mondmission zu machen. Wie die Apollo-Astronauten vor ihnen, werden diese Individuen in den Raum reisen, der die Hoffnungen und Träume der ganzen Menschheit trägt, angetrieben von dem universellen menschlichen Forscher-Geist.“(…)

elon

Erst kürzlich gab die NASA bekannt, dass auf Bitte der US-Regierung eine Studie in Auftrag gegeben wurde, um zu prüfen, ob für den bislang unbemannten Testflug zum Mond nicht nun doch schon eine Test-Crew mit eingeplant werden könne. Diese Studie soll bereits im Frühjahr fertig gestellt werden. Ich will hier nicht politisch werden, aber das ist doch mal eine positive Nachricht…! (imho)

„Die Bewertung wird die technische Machbarkeit, die Risiken, die Vorteile, die zusätzlichen Arbeitsaufgaben, die benötigten Ressourcen und die damit verbundenen Zeitpläne berücksichtigen, um die Besatzung der ersten Mission hinzuzufügen. (…)
Unsere Priorität ist es, die sichere und effektive Durchführung aller unserer geplanten Explorationsmissionen mit der Orion-Raumsonde und dem Space Launch System Rakete zu gewährleisten (…)Es wird davon ausgegangen, dass zwei Besatzungsmitglieder Mitte 2019 starten und Anpassungen an das aktuelle EM-1-Missionsprofil vorgenommen werden(…)

  • UPDATE 16.05.2017 – Es bleibt dann doch wie gehabt: Ein vorziehen des bemannten Fluges wäre technisch machbar, wurde aber als zu teuer und risikoreich eingestuft.

Meine bisherigen Kenntnisse gingen von einem ersten bemannten Mondflug 2023 aus – also wird es deutlich schneller spannend.

Auch wenn sich Nasa und SpaceX allem Anschein nach aktuell sehr lieb haben,

musk2

so beschleicht mich dennoch das Gefühl, dass Konkurenz eben doch zu schnelleren Ergebnissen führt.

Wir reden zwar noch nicht wieder von einer Mondlandung, aber wir dürfen gespannt sein – und nun nicht mehr so lange…

 

 

 

 

SLS und Orion – Bis zum Mond und noch viel weiter! – Technik und Status

sls_in_clouds

Copyright: NASA

Bis zum Mond und noch viel weiter!
So könnte das Motto der NASA zu Orion und SLS lauten. Aber was sind Orion und das SLS, und wie ist der aktuelle Status?
Das Orion Projekt lässt einige Meschen schon vom Namen her an die Zukunft denken – erinnert es doch an die damalige Sci-Fi Serie „Raumpatrouille Orion“. Wirkliche Gemeinsamkeiten gibt es jedoch nicht weiter – ausser das es Menschen ins All befördern soll.

SLS/Orion ist eines der ambitioniertsten Projekte der NASA. Nach den bei der Mondlandung verwendeten Saturn V Raketen und den später -ausschließlich für Orbitalflüge-
verwendeten Space Shuttles, soll nun Orion/SLS die Menschen wieder über den Orbit hinaus in All bringen. Zunächst wird das SLS (Space Launch System) voraussichtlich Nutzlast in den Orbit bringen, später soll Orion Menschen zum Mond, und noch später Menschen zum Mars bringen. So sieht es jedenfalls der langfristige Plan vor.

Copyright: NASA

Copyright: NASA

Bisher geplante Termine:
5. Dezember 2014 (unbemannter Orbitalflug)
30. September 2018 (unbemannter Mondflug, geplant)
2023 (bemannter Mondflug, geplant)

SLS/Orion? Was ist was? So wie es früher die Apollo Landekapseln gab, die mit den Saturn Raketen ins All gelangten, so sitzt im Grunde Orion auf dem SLS. Bei Orion handelt es sich also um die Raumkapsel (mit ein paar weiteren Komponenten) mit Platz für 4-6 Personen, und beim dem SLS (Space Launch System) um die Rakete darunter. Das Gesamtkonstrukt ist dabei beeindruckend groß:

groesseIn dieser Darstellung handelt es sich um die SLS-Block 1 Konfiguration. Diese ist erheblich größer als das Space Shuttle, und sogar größer als die Freiheitsstatue, jedoch noch kleiner als die bei der Mondlandung verwendete Saturn V Rakete. – Noch… Die „Block 1B Crew“ Konfiguration übertrumpft mit 364 ft (111 Meter !!!) auch diese. The bigger the better… Aber dazu (Blocks) später mehr.

Es bietet sich an, die beiden Dinge (Orion / SLS) getrennt von einander zu betrachten.

SLS
Das SLS (Space Launch System) ist die neue Schwerlastrakete, man könnte auch sagen das Arbeitstier der NASA. Sie in Gänze zu beschreiben wäre evtl. etwas langweilig und zudem sehr technisch. Eine gute Beschreibung zum Aufbau findet Ihr  hier.

Anders als die Space Shuttles sieht die Rakete eher wieder klassisch aus – wie eine Rakete eben. Allenfalls die beiden an den Seiten angebrachten Booster-Raketen haben einen gewissen Wiedererkennungswert. Das SLS ist dabei grundsätzlich modular aufgebaut. Das Aussehen wird sich im Laufe der kommenden Missionen, angepasst an die steigenden Anforderungen, weiter entwickeln.

Copyright: NASA

Copyright: NASA, Klick zur Vergrößerung!

Die Block 1 Konfiguration wird für den noch unbemannten (aber mit Kapsel!) Testflug zum Mond verwendet werden. Die leistungsfähigere Variante Block 1B Crew dann für den bemannten Mondflug, bei dem mehr Nutzlast befördert werden muss, während Block 1B Cargo, wie der Name schon sagt, für Frachtflüge (Sateliten) verwendet wird. Die Block 2 Konfiguration ist dann für die Marsflüge vorgesehen. Während die Core-Stage (der braun/orange Teil) dabei unverändert bleibt, weicht der Nutzlast-Teil schon erheblich ab, und es sollen auch neue, leistungsfähigere Booster eingesetzt werden.

Orion – auch Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV)
Der erste unbemannte Testflug von Orion, den die NASA Exploration Flight Test 1 (EFT 1) nennt, fand bereits am 5. Dezember 2014 (noch ohne ESM) statt. Ich berichtete darüber:
Orbital-Testflug der neuen NASA Orion Raumkapsel
Nehmt Teil an der Reise zum Mars…

Copyright: NASA

Copyright: NASA

Photo: ESA

Copyright: ESA

Die Kapsel – das Crewmodul – ähnelt in der Form den Apollo-Kapseln, ist aber rund doppelt so groß wie diese: Statt drei finden daher bis zu vier Astronauten darin Platz. Bei Kurzzeit-Missionen im niedrigen Erdorbit können sogar bis zu sechs Crewmitglieder mitfliegen. Wie auch das SLS ist Orion ebenfalls modular aufgebaut. Es besteht also nicht nur aus der Kapsel, sondern auch aus dem Service-Modul, der Rettungsrakete und weiteren Komponenten:

Copyright: NASA

Copyright: NASA

Orion ist dabei nicht rein amerikanisch. Auch die ESA beteiligt sich maßgeblich am Projekt.

Zusammenarbeit mit der ESA:
Wie zwischen NASA und ESA im Dezember 2012 vereinbart, soll das neue US-Raumfahrzeug „Orion“ zur bemannten Erforschung des Weltraums von einem europäischen Servicemodul (European Service Module, ESM) angetrieben werden. Dieses Modul basiert auf dem Design und den Erfahrungen des Versorgungsfahrzeugs ATV (Automated Transfer Vehicle) für die Internationale Raumstation ISS, das Airbus Defence and Space entwickelt und gebaut hat.

Das ESM ist für den Antrieb, die Energieversorgung, die Temperaturkontrolle und weitere zentrale Elemente des Lebenserhaltungssystems verantwortlich und befindet sich unterhalb der Orion-Kapsel. Es stellt Trinkwasser und Atemluft und Strom für die Astronauten im bewohnbaren Modul bereit. Auch dient es als Antrieb, nachdem die letzte Raketenstufe abgetrennt wurde.
Bei der Rückkehr wird es von der Landekapsel abgetrennt und verglüht in der Erdathmosphäre. Voll beladen wiegt allein das ESM beim Start etwa 15 Tonnen.

Das ESM ist bereits fertiggestellt. Am 14.12.2016 erfolgte die Übergabe des Testberichtes an die NASA, was auch gleichzeitig das Ende der Testphase markierte. Uneigennützig ist das Projekt für die ESA natürlich auch nicht. Mit der Lieferung des ESM gleicht die ESA ihren Anteil an den Betriebskosten für die ISS (Internationale Raumstation) für die Jahre 2018 bis 2020 aus. Mit den USA wurde vereinbart, dass die Kosten für die Teilnahme am ISS-Programm über Partergeschäfte verrechnet werden. Man sichert also Arbeitsplätze und stärkt den Technologiesektor während man für die Betriebskosten der ISS keine €uros direkt überweisen muss. Eine Antonov-Transportmaschine wird Anfang 2017 das ESM in die USA transportieren.

Bis zum Marsflug, etwa 2030, stehen uns also noch interessante Dinge bevor. Ich kann schon die Mondflüge kaum abwarten!

 

 

 

Jupiter / Juno – Cinematic Trailer!

im hier folgenden Kurzartikel geht es weniger um Astro News/Facts.
Das Folgende ist eher für Kino/SciFi Fans interessant… 😉

juno

Copyright: NASA/JPL

 

 

Im Vorfeld der aktuell noch laufenden Juno-Mission hat die NASA einen sehenswerten Trailer veröffentlicht, der meiner Meinung nach auch als Kino-Trailer geeignet wäre. Bin erst jetzt drauf gestoßen.

Wenn Ihr ihn noch nicht kennt, empfehle ich folgende Links:

Jupiter: Into the Unknown (NASA Juno Mission Trailer)
Alternativ-Link: YouTube

Wer nun mehr Lust auf Details zur Jupiter/Juno-Mission hat, der wird hier fündig.

Iridium Flares

Iridium-Flare

Iridium Flares – cooler Name und sehr hell – aber was ist das?

Beim spätabendlichen oder nächtlichen Blick in den Himmel ist dem einen oder anderen bestimmt schon einmal ein meist recht lichtschwacher Punkt aufgefallen, der seine Bahn quer über den Nachthimmel zieht. Ohne blinkende Positionslichter und bei geltendem Nachtflugverbot kann es sich nicht um ein Flugzeug handeln. Die ISS ist es auch nicht, denn die ist i.d.R. erheblich auffälliger da sie dauerhaft sehr hell leuchtet wenn man sie sehen kann.

Aber was ist es dann? Meist handelt es sich um Satelliten oder Weltraumschrott wie alte Raketenstufen. Mit verschiedensten Programmen oder auch -„Neu“deutsch- Apps kann, kann man sich die aktuellen Flugbahnen dieser Objekte vorhersagen lassen. Ein gutes Beispiel ist übrigens die „Sky Guide“ app. Aus der Masse der zu beobachtenden Objekte stechen dabei die Iridium-Satelliten heraus. In folge Ihrer Bauart reflektieren sie das Sonnenlicht immer wieder für einen kurzen Moment besonders hell. Das reflektierte Licht bildet einen Lichtkegel auf der Erdoberfläche.

iridium_animation

Dieser Kegel hat nur wenige Kilometer Durchmesser. Aus diesem Grund ist ein Flare eines Iridium-Satelliten nur in bestimmten Gebieten zu sehen. Je dichter man sich am Zentrum des Lichtkegels befindet, desto heller und intensiver erscheint die Leuchterscheinung. Der zunächst recht unscheinbare Punkt wird immer heller und heller, und wird für einen kurzen Moment das hellste Objekt am Himmel (Abgesehen vom Mond natürlich). Dieses Aufleuchten nennt sich dann Iridium-Flare. Das Spektakel dauert dann etwa 20 Sekunden.

Die zu beobachtende Helligkeit wird mit der Einheit „mag“ beschrieben. Je kleiner/negativer dieser Wert ist, umso heller ist das Objekt. Zum Vergleich:
– Mond: – 12,7 mag
– Iridium Flare: – 8 mag
– ISS: – 4,5 mag
– Venus: -4,6 mag
Allen „Fans“ von ISS (International Space Station) Beobachtungen seien die Iridium Flares also dringend empfohlen!

Iridium-Flares können also etwa (maximal) -8 mag hell werden. So helle Flares sind aber eher selten und ereignen sich nur ca. ein Mal pro Woche. Aber auch nicht ganz so helle Lichtblitze sind einen Blick oder ein Foto wert. Die Erfahrung zeigt: Alle Flares, die heller als -4 mag sind, lohnen sich zu beobachten. Und – je steiler die Flugbahn, desto heller erscheint das Aufleuchten, da vielerorts eher horizontnahe Beobachtungen durch die Städtische Lichtverschmutzung eingetrübt werden.

Da das Iridium-Netzwerk aus insgesamt 66 Satelliten besteht, sind Iridium Flares recht häufig, und lassen sich wie bereits erwähnt auch berechnen. Dabei kommt es auch vor, dass mehrere Flares pro Nacht zu sehen sind. Manchmal und seltener sogar kurz hintereinander in Abstand weniger Minuten auf der gleichen Flugbahn oder auch parallel zueinander.

Wer mehr zum Thema erfahren möchte, der sollte auf der Seite Iridium-Flare.de  von Andreas Möller vorbeischauen, der dem Thema eine eigene gut sortierte Seite widmet, und auch  ein Fotographie-Tutorial zu Iridium Flares anbietet. An dieser Stelle auch mein Dank zum genehmigten Entleihen von Inhalten.

Termin: 14.03.2016 – Start der Exo Mars Mission

ExoMars 2016 - Quelle: esa
Exo Mars 2016 – Quelle: esa

Presseeinladung: Nächster Flug zum Mars startbereit

„Der Start der ExoMars-Mission 2016 ist für den 14. März um 10.31 Uhr MEZ vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan geplant. Vertreter der klassischen Medien und Social Media-Influencer sind eingeladen, sich für die aus diesem Anlass stattfindende ganztägige Veranstaltung im Satellitenkontrollzentrum ESA / ESOC in Darmstadt anzumelden. “

Ich werde berichten, ob vor Ort oder auch nicht. Angemeldet habe ich mich jedenfalls…

Quelle: Application for ESA Social Media Credential

Noch mehr Mondfotos!

Im letzten Jahr hat die NASA das Archiv der Fotos der Apollo-Missionen veröffentlicht. Wer nun aktuelle Fotos der Mondoberfläche sehen möchte, der möge weiterlesen!

change3

Bereits am 14 Dezember 2013 erreichte der Lander Chang´e 3 der China National Space Administration (kurz CNSA) erfolgreich den Mond. Mit an Bord befand sich der kleine Rover namens Yutu (Jadehase), der zwar nicht hüpfte, aber immerhin etwas (114m…) fahren konnte. Leider versagte schon wenig später am 25. Januar 2015 der Antrieb des Rovers.

Dennoch sendeten der Lander und der Rover etwa 35 GB an Daten. Darunter viele Fotos, die Planetary Society nochmals zusammentrug und nun veröffentlichte:

Viel Spaß beim Stöbern!

Tolle Fotos! Project Apollo Archive

Kipp Teague hat mehr als 11.000 hochauflösende Fotos von den Apollo-Missionen (die mit der Mondlandung…) auf der Foto-Plattform Flickr hochgeladen, die er vom Johnson Space Center der Nasa erhalten hat. Die Bilder wurden von den Astronauten mit Hasselblad-Kameras aufgenommen und später digitalisiert.

Copyright: NASA, Project Apollo Archive

Copyright: NASA, Project Apollo Archive

Viel Spaß beim stöbern, bringt Zeit mit!

von astronomisch Veröffentlicht in Raumfahrt Verschlagwortet mit

Sende Deinen Namen zum Mars mit Mars-Insight!

Sende Deinen Namen zum Mars mit Mars-Insight!

Kleines Update, denn diesen Beitrag gab es schon. Nur seinerzeit wurde die Mission verschoben. Nun wird sie langsam wieder aktuell, und die Möglichkeit zur Registrierung besteht noch immer – aber es wird Zeit….

Am 15.10.2014 Startete ich diesen Blog mit dem Artikel „Nehmt Teil an der Reise zum Mars…„. Unter der Bezeichnung NASAs „journey to mars“ fasst die NASA alle Marsmissionen der kommenden Jahre zusammen, die letztlich in einer bemannten Landung auf dem Mars gipfeln sollen.

Neben den rein wissenschaftlichen Programmen gibt es auch ein Begleitprogramm, in dessen Rahmen eine Liste von Namen auf einem Mikrochip mit an Board der Sonden/Lander/Kapseln sein wird. Registriete „Reisende“ sammeln dabei mit Ihren offiziellen Flugtickets Flug-(Space-?)Meilen. Sinnfrei? Ja, aber viel Spass dabei! Habt Ihr schon am Testflug der Orion-Raumkapsel teilgenommen oder wollt Ihr nun starten?

Dann registriert euch bis zum 01. November 2017 HIER.

Mein Programmstatus und meine Flugtickets:

 

 

 

 

Neben diesem Spass-Faktor gibt es natürlich auch dieses mal einen ernsthaften Missions-Hintergrund:

InSight, Copyright: NASA

InSight, Copyright: NASA

Die kommende Mission ist Mars – InSight.
InSight soll einen einzelnen stationären Lander auf dem Mars platzieren, der tiefere Gesteinsschichten untersuchen und dadurch zur Klärung grundlegender Streitfragen der Planeten- und Sonnensystemwissenschaften um Prozesse, die die Gesteinsplaneten des inneren Sonnensystems (inklusive der Erde) vor mehr als fünf Milliarden Jahren formten, beitragen soll. InSights Hauptziel ist die Erforschung der frühesten Entwicklungsprozesse, die den Mars formten. Durch Untersuchung der Größe, Dicke, Dichte und der allgemeinen Struktur des Kerns, Mantel und Kruste, als auch des Maßes, mit dem Wärme das Planeteninnere verlässt, soll InSight Rückschlüsse über die Entstehungsprozesse aller Gesteinsplaneten des inneren Sonnensystems ermöglichen.
(Quelle und weitere Details: Wikipedia)

Registrierung bis: 01.11.2017
Missionsstart: 05.05.2018
Landung: 26.11.2018
Missionsdauer: ca. 2 Erdenjahre

 

 

EPIC! Vollmond der Rückseite des Mondes vor der Erde!

An dieser Aufnahme der EPIC (Earth Polychromatic Imaging Camera) des Satteliten DSCOVR (Deep Space Climate Observatory) ist so einiges ungewöhnlich:

(Bild: NASA/NOAA)
(Bild: NASA/NOAA)

1.) Es zeigt die Erde komplett als Einzelbildaufnahme
2.) Es zeigt den Mond vor der Erde
3.) Es zeigt die Rückseite des Mondes

Was ist an 1-3 ungewöhnlich?!
Seit den Apollo-Missionen (Die Amerikaner wollten zum Mond…) gab es nicht viele Einzelaufnahmen, die die blaue Murmel als Gesamtbild zeigen. Nicht viele Sonden schauen zurück. Fall es dann doch der Fall war, so waren diese meist noch zu nah an der Erde dran, so dass ein Gesamtbild oftmals aus mehreren Einzelaufnahmen zusammengesetzt werden mußte.

Auf dem Bild sieht der Mond so gar nicht wie der unsere aus. Das liegt daran, dass die meisten Menschen nur die uns zugewandte Mondseite kennen, denn der Mond zeigt uns immer die gleiche Seite. Um die Rückseite des Mondes sehen zu können muss man sich also hinter den Mond „stellen“.  2008 gelang der Sonde „Deep Impact“ ein ähnliches Bild, jedoch ohne „Vollerde“, da diese zu diesem Zeitpunkt nur partiell von der Sonne beleuchtet wurde. Auf der Rückseite des Mondes fehlen die großen, dunkleren Mondmeere, die dem Mond sein uns bekanntes Gesicht geben.

Die DSCCOVR (discover=entdecken…) Sonde selbst dient der Beobachtung des „Weltraumwetters“ und wurde übrigens nicht von der NASA oder ESA ins All geschossen, sondern mittels der Trägerrakte Falcon9 des privaten/kommerziellen Unternehmen SpaceX. DSCOVR befindet sich am Lagrange Punkt Nr. 1. Lagrange Punkte, von denen es 5 gibt, sind spezielle Orte im All, an denen sich die Schwerkraft von Sonne und Erde aufheben. Raumsonden können dort ohne oder nur mit wenigen Korrekturmanövern die Position halten.

l1_DSCOVR_diagram-45d9ae6b099beb9f(Bild: NASA)

Hier noch eine Animation der Mond-Passage:

dscovrepicmoontransitfull(Animation: NASA/NOAA)

Weiterführende Links:

Original-Artikel der NASA

DSCOVR – Homepage

Ein Friedhof der anderen Art

Als 2011 das amerikanische Shuttleprogramm eingestellt wurde war ich schon ein wenig betrübt, denn irgendwie sind klassische Raketenstarts nicht wirklich das Gleiche für mich, wenn es um den bemannten Flug ins All geht. Es waren zwar „nur“ Orbiter, kamen meiner Vorstellung von -Raumschiffen- aber doch am nächsten. Einigen unbekannt ist die Tatsache, dass es aber auch ein russisches Gegenstück zum amerikanischem Space-Shuttle gab – die Buran.

Buran, Copyright by Ralph Mirebs

Buran, Copyright by Ralph Mirebs

Ähnlich wie bei den Überschallflugzeugen Concorde / Tupolev sahen auch die Space Shuttles / Buran auf den ersten Blick identisch aus. Wer da was von wem geklaut hat überlasse ich den Historikern des kalten Krieges. Für die Buran spricht, dass Sie als mit Ihrer Trägerrakete Energija als leistungsfähiger galt. Gegen die Buran spricht jedoch leider auch, dass sie ausser bei Testflügen nie eingesetzt wurde, denn das Programm wurde aus Kostengründen vorzeitig gestoppt.

Bis vor kurzem dachte ich, es hätte nur ein Exemplar gegeben, das übrigens im Technik Museum Speyer ausgestellt ist.

Kürzlich hat jedoch der Fotograf Ralf Mirebs eine Fotoreihe veröffentlicht, in der ein im Kosmodrom Baikonur in Kasachstan wiederentdeckter, teils zerfallener Hanger mit drei weiteren Shuttles (oder Burans 😉 ?) zu sehen ist. Für mich sind es Ruinen eines Techniktraums. Die Bilder haben Ihren ganz eigenen Charm. Die Seite ist in Russisch, aber die Bilder sprechen für sich.

Photo (c) by Ralph Mirebs

Termin: 14. Juli 2015 – New Horizons erreicht Pluto

https://i1.wp.com/www.nasa.gov/sites/default/files/thumbnails/image/new_horizons-2.jpg

Zum ersten Mal erreicht eine Raumsonde am 14. Juli 2015 den Zwergplaneten Pluto und seinen Mond Charon. Bislang konnten selbst die besten Teleskope nur einen verwaschenen Fleck auflösen, jedoch keine Einzelheiten. Die Sonde soll Pluto in <10000 Kilometern passieren. Danach geht es weiter in den Kuipergürtel.

Pluto und sein Mond Charon umkreisen sich gegenseitig, wobei sich beide einander immer dieselbe Seite zuwenden. Soweit bisher bekannt, wird Pluto von 4 weiteren kleinen Monden, Nix, Hydra, Styx und Kerberos, umkreist.

Seit 2006 gilt Pluto nicht mehr als letzter „richtiger“ Planet unseres Sonnensystems, sondern nur noch als Zwergplanet, was seinerzeit recht umstritten war.

Mehr Infos zu Pluto (wie immer) bei Wikipedia

Mehr Infos zu New Horizons gibt es bei der NASA(engl.) und hier (deutsch)

 

Die ISS über Deinem Kopf!

 

Internationale Raumstation ISS

Internationale Raumstation ISS

Die internationale Raumstation (ISS = International Space Station) zieht Tag für Tag, Nacht für Nacht Ihre Bahnen rund um -sorry- über den Erdball. Von Zeit zu Zeit fliegt sie auch über Deutschland und auch über Deine Stadt. Wenn Sie das tut, es dunkel und wolkenlos ist, so kann man sie mit bloßem Auge recht leicht erkennen. Zunächst könnte man den sich bewegenden, hellen Lichtpunkt für ein Flugzeug halten, doch fehlt das typische Blinken der Positionslichter.

OK, ein sich bewegender Lichtpunkt… doch macht man sich bewusst, dass es ein Objekt etwa von der Größe eine Fußballfeldes ist, viele Länder beteiligt sind, und dort oben Menschen im Erdorbit sind, so bekommt dieser Punkt für den einen oder anderen doch eine andere Bedeutung.

Das obrige Bild der ISS habe ich übrigens mit einer recht alten Digitalkamera aufgenommen. Es zeigt die ISS unterhalb des großen Wagens als Strichspuraufnahme mit einer Belichtungszeit von 60 Sekunden.

Wann ist sie denn zu sehen? Die NASA bietet eine Webseite, auf der man sich und seinen Standort (Stadt) recht leicht, jedoch auf Englisch (Sign Up!), registrieren kann:
SpotTheStation

Ab sofort erhaltet Ihr dann rechtzeitig (ein paar Stunden zuvor) eine Email mit den benötigten Informationen zur Sichtbarkeit. Beispiel:

(Zeit) Time: Sun Feb 15 6:20 PM (Abends),
(Sichtbarkeitsdauer) Visible: 4 min, 
(max Beobachtungshöhe, Grad) Max Height: 72 degrees
(Himmelsrichtung Beginn) Appears: WSW
(Himmelsrichtung Ende) Disappears: E

Termin: 05.12.2014 – Orbital-Testflug der neuen NASA Orion Raumkapsel

Photo: ESA

Photo: ESA

Der Start des Orion-Testfluges wurde  verschoben. Neuer Termin: 05.12.2014 / 13:05

Live-Cams:

http://www.nasa.gov/multimedia/nasatv/index.html#

Weitere Infos:

http://de.wikipedia.org/wiki/Exploration_Flight_Test_1

http://www.nasa.gov/exploration/systems/mpcv/index.html

Siehe hierzu auch mein Posting „Nehmt Teil an der Reise zum Mars…“ in der Kategorie astronomisches!

Weit, W E I T weg: Die Botschafter der Erde

Kennt Ihr Voyager 1 und 2? Neben ihren wissenschaftlichen Einsätzen sind diese beiden Raumsonden auch die Botschafter der Erde. Sie tragen eine goldene Schallplatte, deren Gravur die Position der Erde erklären soll. Auch 115 Bilder und allerlei Töne wie beispielsweise Tierlaute, Blitze, Wind und Grüße in 55 Sprachen sind enthalten.

Gestartet wurden beide Sonden 1977.  Bereits 1989 flog Voyager 2 am äußersten Planten Neptun (Pluto zählt ja nicht mehr als Planet) vorbei. Nun, 2014 schicken sie sich an das Sonnensystem zu verlassen, und ihre Reise im interstellaren Raum (Der „leere“ Raum zwischen den Sternen) fortzusetzen. Sie überschreiten also derzeit die „Heliopause“, den Grenzbereich, in dem auch der Sonnenwind nicht mehr messbar ist.

37 Jahre Flugzeit! Duracell an Board? Nein, aber ein Radioisotopengenerator versorgt die Sonde wohl noch bis mindestens 2025 mit Strom, so dass noch immer Messwerte empfangen werden können.

Entfernung von der Erde:

Am 09.11.2014 waren es 19.487.394.953 KM
oder etwa 130 AU (Astonomische Einheuten (Abstand Erde-Sonne)
oder 18 Lichtstunden (etwas abgerundet)
Mehr Infos:!

http://de.wikipedia.org/wiki/Voyager_1

http://de.wikipedia.org/wiki/Voyager_2

http://voyager.jpl.nasa.gov/index.html

Termin: 12.11.2014 – Erste Landung auf einem Kometen

Photo: ESA

Photo: ESA

Erinnert Ihr Euch noch an Giotto? Am 13.03.1986 hatte die erste interplanetare Raumsonde ein Rendezvous mit dem Kometen Halley. Es war eines der ersten Astro-Ereignisse, die ich nachts im Fernsehen mitverfolgen durfte (Danke dafür an meine Eltern 😉 ).

Nun geht die europäische Weltraumorganisation „esa“ (Nein, mal nicht die NASA!) noch einen Schritt weiter. Rosetta, die aktuelle Kometensonde der esa, befindet sich nun schon seit ein paar Tagen beim Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko.
Am 12. November 2014 wird dann die Landeeinheit „Philae“ auf den Kometen aufsetzen und sich dort zur durchführung von weiteren Analysen festkrallen.
Viel Glück!

Websiten der esa zum Thema:
http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/Rosetta

Wo ist Rosetta? Schöne animation:http://sci.esa.int/where_is_rosetta/