Die internationale Raumstation (ISS) und ein Iridium Flare am Himmel 

Heute hat es sich mal gelohnt. Innerhalb von 5 Minuten war ein Iridium Flare  und danach die ISS am Abendhimmel zu sehen. Gut investierte 5 Minuten…

Etwas hektisch habe ich dann auch versucht beide anzulichten. Als erstes habe ich den Iridium-Flare „aus der Hüfte geschossen“. Häßliche Bildqualität, aber das Anwachsen des Flares ist erkennbar, und zur Orientierung gibt es als Bonus den „Großen Wagen“ am linken Bildrand dazu:

Bei der ISS habe ich dann das Handy immerhin an eine Wand gelehnt, die Aufnahme aber versehentlich unterbrochen. So sieht man aber die zunächst aufsteigende ISS:

Und im zweiten Bild dann den weiteren Verlauf der Strichspur-Aufnahme. Die „horizontale“ Line war dann ein Flugzeug. Auch hier gibt es ein Sternbild zur Orientierung – Orion ist am linken Bildrand zu sehen.

 

Iridium Flares

Iridium-Flare

Iridium Flares – cooler Name und sehr hell – aber was ist das?

Beim spätabendlichen oder nächtlichen Blick in den Himmel ist dem einen oder anderen bestimmt schon einmal ein meist recht lichtschwacher Punkt aufgefallen, der seine Bahn quer über den Nachthimmel zieht. Ohne blinkende Positionslichter und bei geltendem Nachtflugverbot kann es sich nicht um ein Flugzeug handeln. Die ISS ist es auch nicht, denn die ist i.d.R. erheblich auffälliger da sie dauerhaft sehr hell leuchtet wenn man sie sehen kann.

Aber was ist es dann? Meist handelt es sich um Satelliten oder Weltraumschrott wie alte Raketenstufen. Mit verschiedensten Programmen oder auch -„Neu“deutsch- Apps kann, kann man sich die aktuellen Flugbahnen dieser Objekte vorhersagen lassen. Ein gutes Beispiel ist übrigens die „Sky Guide“ app. Aus der Masse der zu beobachtenden Objekte stechen dabei die Iridium-Satelliten heraus. In folge Ihrer Bauart reflektieren sie das Sonnenlicht immer wieder für einen kurzen Moment besonders hell. Das reflektierte Licht bildet einen Lichtkegel auf der Erdoberfläche.

iridium_animation

Dieser Kegel hat nur wenige Kilometer Durchmesser. Aus diesem Grund ist ein Flare eines Iridium-Satelliten nur in bestimmten Gebieten zu sehen. Je dichter man sich am Zentrum des Lichtkegels befindet, desto heller und intensiver erscheint die Leuchterscheinung. Der zunächst recht unscheinbare Punkt wird immer heller und heller, und wird für einen kurzen Moment das hellste Objekt am Himmel (Abgesehen vom Mond natürlich). Dieses Aufleuchten nennt sich dann Iridium-Flare. Das Spektakel dauert dann etwa 20 Sekunden.

Die zu beobachtende Helligkeit wird mit der Einheit „mag“ beschrieben. Je kleiner/negativer dieser Wert ist, umso heller ist das Objekt. Zum Vergleich:
– Mond: – 12,7 mag
– Iridium Flare: – 8 mag
– ISS: – 4,5 mag
– Venus: -4,6 mag
Allen „Fans“ von ISS (International Space Station) Beobachtungen seien die Iridium Flares also dringend empfohlen!

Iridium-Flares können also etwa (maximal) -8 mag hell werden. So helle Flares sind aber eher selten und ereignen sich nur ca. ein Mal pro Woche. Aber auch nicht ganz so helle Lichtblitze sind einen Blick oder ein Foto wert. Die Erfahrung zeigt: Alle Flares, die heller als -4 mag sind, lohnen sich zu beobachten. Und – je steiler die Flugbahn, desto heller erscheint das Aufleuchten, da vielerorts eher horizontnahe Beobachtungen durch die Städtische Lichtverschmutzung eingetrübt werden.

Da das Iridium-Netzwerk aus insgesamt 66 Satelliten besteht, sind Iridium Flares recht häufig, und lassen sich wie bereits erwähnt auch berechnen. Dabei kommt es auch vor, dass mehrere Flares pro Nacht zu sehen sind. Manchmal und seltener sogar kurz hintereinander in Abstand weniger Minuten auf der gleichen Flugbahn oder auch parallel zueinander.

Wer mehr zum Thema erfahren möchte, der sollte auf der Seite Iridium-Flare.de  von Andreas Möller vorbeischauen, der dem Thema eine eigene gut sortierte Seite widmet, und auch  ein Fotographie-Tutorial zu Iridium Flares anbietet. An dieser Stelle auch mein Dank zum genehmigten Entleihen von Inhalten.

Die ISS über Deinem Kopf!

 

Internationale Raumstation ISS

Internationale Raumstation ISS

Die internationale Raumstation (ISS = International Space Station) zieht Tag für Tag, Nacht für Nacht Ihre Bahnen rund um -sorry- über den Erdball. Von Zeit zu Zeit fliegt sie auch über Deutschland und auch über Deine Stadt. Wenn Sie das tut, es dunkel und wolkenlos ist, so kann man sie mit bloßem Auge recht leicht erkennen. Zunächst könnte man den sich bewegenden, hellen Lichtpunkt für ein Flugzeug halten, doch fehlt das typische Blinken der Positionslichter.

OK, ein sich bewegender Lichtpunkt… doch macht man sich bewusst, dass es ein Objekt etwa von der Größe eine Fußballfeldes ist, viele Länder beteiligt sind, und dort oben Menschen im Erdorbit sind, so bekommt dieser Punkt für den einen oder anderen doch eine andere Bedeutung.

Das obrige Bild der ISS habe ich übrigens mit einer recht alten Digitalkamera aufgenommen. Es zeigt die ISS unterhalb des großen Wagens als Strichspuraufnahme mit einer Belichtungszeit von 60 Sekunden.

Wann ist sie denn zu sehen? Die NASA bietet eine Webseite, auf der man sich und seinen Standort (Stadt) recht leicht, jedoch auf Englisch (Sign Up!), registrieren kann:
SpotTheStation

Ab sofort erhaltet Ihr dann rechtzeitig (ein paar Stunden zuvor) eine Email mit den benötigten Informationen zur Sichtbarkeit. Beispiel:

(Zeit) Time: Sun Feb 15 6:20 PM (Abends),
(Sichtbarkeitsdauer) Visible: 4 min, 
(max Beobachtungshöhe, Grad) Max Height: 72 degrees
(Himmelsrichtung Beginn) Appears: WSW
(Himmelsrichtung Ende) Disappears: E