SLS und Orion – Bis zum Mond und noch viel weiter! – Technik und Status

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Copyright: NASA

Bis zum Mond und noch viel weiter!
So könnte das Motto der NASA zu Orion und SLS lauten. Aber was sind Orion und das SLS, und wie ist der aktuelle Status?
Das Orion Projekt lässt einige Meschen schon vom Namen her an die Zukunft denken – erinnert es doch an die damalige Sci-Fi Serie „Raumpatrouille Orion“. Wirkliche Gemeinsamkeiten gibt es jedoch nicht weiter – ausser das es Menschen ins All befördern soll.

SLS/Orion ist eines der ambitioniertsten Projekte der NASA. Nach den bei der Mondlandung verwendeten Saturn V Raketen und den später -ausschließlich für Orbitalflüge-
verwendeten Space Shuttles, soll nun Orion/SLS die Menschen wieder über den Orbit hinaus in All bringen. Zunächst wird das SLS (Space Launch System) voraussichtlich Nutzlast in den Orbit bringen, später soll Orion Menschen zum Mond, und noch später Menschen zum Mars bringen. So sieht es jedenfalls der langfristige Plan vor.

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Bisher geplante Termine:
5. Dezember 2014 (unbemannter Orbitalflug)
30. September 2018 (unbemannter Mondflug, geplant)
2023 (bemannter Mondflug, geplant)

SLS/Orion? Was ist was? So wie es früher die Apollo Landekapseln gab, die mit den Saturn Raketen ins All gelangten, so sitzt im Grunde Orion auf dem SLS. Bei Orion handelt es sich also um die Raumkapsel (mit ein paar weiteren Komponenten) mit Platz für 4-6 Personen, und beim dem SLS (Space Launch System) um die Rakete darunter. Das Gesamtkonstrukt ist dabei beeindruckend groß:

groesseIn dieser Darstellung handelt es sich um die SLS-Block 1 Konfiguration. Diese ist erheblich größer als das Space Shuttle, und sogar größer als die Freiheitsstatue, jedoch noch kleiner als die bei der Mondlandung verwendete Saturn V Rakete. – Noch… Die „Block 1B Crew“ Konfiguration übertrumpft mit 364 ft (111 Meter !!!) auch diese. The bigger the better… Aber dazu (Blocks) später mehr.

Es bietet sich an, die beiden Dinge (Orion / SLS) getrennt von einander zu betrachten.

SLS
Das SLS (Space Launch System) ist die neue Schwerlastrakete, man könnte auch sagen das Arbeitstier der NASA. Sie in Gänze zu beschreiben wäre evtl. etwas langweilig und zudem sehr technisch. Eine gute Beschreibung zum Aufbau findet Ihr  hier.

Anders als die Space Shuttles sieht die Rakete eher wieder klassisch aus – wie eine Rakete eben. Allenfalls die beiden an den Seiten angebrachten Booster-Raketen haben einen gewissen Wiedererkennungswert. Das SLS ist dabei grundsätzlich modular aufgebaut. Das Aussehen wird sich im Laufe der kommenden Missionen, angepasst an die steigenden Anforderungen, weiter entwickeln.

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Die Block 1 Konfiguration wird für den noch unbemannten (aber mit Kapsel!) Testflug zum Mond verwendet werden. Die leistungsfähigere Variante Block 1B Crew dann für den bemannten Mondflug, bei dem mehr Nutzlast befördert werden muss, während Block 1B Cargo, wie der Name schon sagt, für Frachtflüge (Sateliten) verwendet wird. Die Block 2 Konfiguration ist dann für die Marsflüge vorgesehen. Während die Core-Stage (der braun/orange Teil) dabei unverändert bleibt, weicht der Nutzlast-Teil schon erheblich ab, und es sollen auch neue, leistungsfähigere Booster eingesetzt werden.

Orion – auch Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV)
Der erste unbemannte Testflug von Orion, den die NASA Exploration Flight Test 1 (EFT 1) nennt, fand bereits am 5. Dezember 2014 (noch ohne ESM) statt. Ich berichtete darüber:
Orbital-Testflug der neuen NASA Orion Raumkapsel
Nehmt Teil an der Reise zum Mars…

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Photo: ESA

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Die Kapsel – das Crewmodul – ähnelt in der Form den Apollo-Kapseln, ist aber rund doppelt so groß wie diese: Statt drei finden daher bis zu vier Astronauten darin Platz. Bei Kurzzeit-Missionen im niedrigen Erdorbit können sogar bis zu sechs Crewmitglieder mitfliegen. Wie auch das SLS ist Orion ebenfalls modular aufgebaut. Es besteht also nicht nur aus der Kapsel, sondern auch aus dem Service-Modul, der Rettungsrakete und weiteren Komponenten:

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Orion ist dabei nicht rein amerikanisch. Auch die ESA beteiligt sich maßgeblich am Projekt.

Zusammenarbeit mit der ESA:
Wie zwischen NASA und ESA im Dezember 2012 vereinbart, soll das neue US-Raumfahrzeug „Orion“ zur bemannten Erforschung des Weltraums von einem europäischen Servicemodul (European Service Module, ESM) angetrieben werden. Dieses Modul basiert auf dem Design und den Erfahrungen des Versorgungsfahrzeugs ATV (Automated Transfer Vehicle) für die Internationale Raumstation ISS, das Airbus Defence and Space entwickelt und gebaut hat.

Das ESM ist für den Antrieb, die Energieversorgung, die Temperaturkontrolle und weitere zentrale Elemente des Lebenserhaltungssystems verantwortlich und befindet sich unterhalb der Orion-Kapsel. Es stellt Trinkwasser und Atemluft und Strom für die Astronauten im bewohnbaren Modul bereit. Auch dient es als Antrieb, nachdem die letzte Raketenstufe abgetrennt wurde.
Bei der Rückkehr wird es von der Landekapsel abgetrennt und verglüht in der Erdathmosphäre. Voll beladen wiegt allein das ESM beim Start etwa 15 Tonnen.

Das ESM ist bereits fertiggestellt. Am 14.12.2016 erfolgte die Übergabe des Testberichtes an die NASA, was auch gleichzeitig das Ende der Testphase markierte. Uneigennützig ist das Projekt für die ESA natürlich auch nicht. Mit der Lieferung des ESM gleicht die ESA ihren Anteil an den Betriebskosten für die ISS (Internationale Raumstation) für die Jahre 2018 bis 2020 aus. Mit den USA wurde vereinbart, dass die Kosten für die Teilnahme am ISS-Programm über Partergeschäfte verrechnet werden. Man sichert also Arbeitsplätze und stärkt den Technologiesektor während man für die Betriebskosten der ISS keine €uros direkt überweisen muss. Eine Antonov-Transportmaschine wird Anfang 2017 das ESM in die USA transportieren.

Bis zum Marsflug, etwa 2030, stehen uns also noch interessante Dinge bevor. Ich kann schon die Mondflüge kaum abwarten!

 

 

 

Noch mehr Mondfotos!

Im letzten Jahr hat die NASA das Archiv der Fotos der Apollo-Missionen veröffentlicht. Wer nun aktuelle Fotos der Mondoberfläche sehen möchte, der möge weiterlesen!

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Bereits am 14 Dezember 2013 erreichte der Lander Chang´e 3 der China National Space Administration (kurz CNSA) erfolgreich den Mond. Mit an Bord befand sich der kleine Rover namens Yutu (Jadehase), der zwar nicht hüpfte, aber immerhin etwas (114m…) fahren konnte. Leider versagte schon wenig später am 25. Januar 2015 der Antrieb des Rovers.

Dennoch sendeten der Lander und der Rover etwa 35 GB an Daten. Darunter viele Fotos, die Planetary Society nochmals zusammentrug und nun veröffentlichte:

Viel Spaß beim Stöbern!

EPIC! Vollmond der Rückseite des Mondes vor der Erde!

An dieser Aufnahme der EPIC (Earth Polychromatic Imaging Camera) des Satteliten DSCOVR (Deep Space Climate Observatory) ist so einiges ungewöhnlich:

(Bild: NASA/NOAA)
(Bild: NASA/NOAA)

1.) Es zeigt die Erde komplett als Einzelbildaufnahme
2.) Es zeigt den Mond vor der Erde
3.) Es zeigt die Rückseite des Mondes

Was ist an 1-3 ungewöhnlich?!
Seit den Apollo-Missionen (Die Amerikaner wollten zum Mond…) gab es nicht viele Einzelaufnahmen, die die blaue Murmel als Gesamtbild zeigen. Nicht viele Sonden schauen zurück. Fall es dann doch der Fall war, so waren diese meist noch zu nah an der Erde dran, so dass ein Gesamtbild oftmals aus mehreren Einzelaufnahmen zusammengesetzt werden mußte.

Auf dem Bild sieht der Mond so gar nicht wie der unsere aus. Das liegt daran, dass die meisten Menschen nur die uns zugewandte Mondseite kennen, denn der Mond zeigt uns immer die gleiche Seite. Um die Rückseite des Mondes sehen zu können muss man sich also hinter den Mond „stellen“.  2008 gelang der Sonde „Deep Impact“ ein ähnliches Bild, jedoch ohne „Vollerde“, da diese zu diesem Zeitpunkt nur partiell von der Sonne beleuchtet wurde. Auf der Rückseite des Mondes fehlen die großen, dunkleren Mondmeere, die dem Mond sein uns bekanntes Gesicht geben.

Die DSCCOVR (discover=entdecken…) Sonde selbst dient der Beobachtung des „Weltraumwetters“ und wurde übrigens nicht von der NASA oder ESA ins All geschossen, sondern mittels der Trägerrakte Falcon9 des privaten/kommerziellen Unternehmen SpaceX. DSCOVR befindet sich am Lagrange Punkt Nr. 1. Lagrange Punkte, von denen es 5 gibt, sind spezielle Orte im All, an denen sich die Schwerkraft von Sonne und Erde aufheben. Raumsonden können dort ohne oder nur mit wenigen Korrekturmanövern die Position halten.

l1_DSCOVR_diagram-45d9ae6b099beb9f(Bild: NASA)

Hier noch eine Animation der Mond-Passage:

dscovrepicmoontransitfull(Animation: NASA/NOAA)

Weiterführende Links:

Original-Artikel der NASA

DSCOVR – Homepage

Mond bei Venus

Heute steht die noch recht junge Mondsichel nah bei der Venus. Beide strahlen um die Wette und sind sicherlich einen Blick nach oben wert.

Mond bei Venus

Mond bei Venus

Das Himmelspaar kann noch bis etwa 21:45 (je früher desto besser) am Himmel beobachtet werden.

Neben der dünnen Mondsichel kann auch der Rest des Mondes dank des recht starken Erdlichts erkannt werden.

Termin: 20.03.2015 – ab 09:30 Uhr: Partitielle Sonnenfinsternis in Deutschland!

Photo: ESA

Photo: ESA

Save the Date! Partitielle Sonnenfinsternis in D! Besser wird es für Euch auf absehbare Zeit nicht mehr. Die nächste partielle Sonnenfinsternis kommt dann erst 12.08.2026, die nächste totale Sonnenfinsternis in Deutschland kommt gar erst am 03. September 2081!

Natürlich gibt es auch hierzu wieder Webseiten wie Sand am Meer…

http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenfinsternis_vom_20._M%C3%A4rz_2015

Worum geht es? Im Grunde zunächst um meinen Artikel

https://astronomisch.wordpress.com/2014/10/15/sonne-und-mond-gleich-gros/

Selten kommt es vor, dass sich der Mond genau vor die Sonne schiebt, und diese daher für den Erdbeobachter verdunkelt (totale Sonnenfinsternis). Etwas öfter, aber noch immer selten, bedeckt der Mond die Sonne nur teilweise (partielle Sonnenfinsternis).

Ach ja, auch bei der Sonnenfinsternis nie direkt in/zur Sonne sehen. Besorgt Euch wenigstens eine Schutzbrille wie diese:

http://www.baader-planetarium.de/sektion/s46/s46.htm#brille

(KEINE WERBUNG, NUR EIN BEISPIEL…!)

Sonne und Mond – gleich groß?

Für viele sonnenklar, aber manche leben ja noch etwas hinterm Mond. (Wahnsinns Wortspiel!).
Sonne und Mond erscheinen am Himmel in etwa gleich groß – nur sind sie es nicht!

Die Sonne ist etwa 400 mal (!) größer als der Mond. Wie es aber Mutter Natur wollte, ist sie dafür aber auch etwa 400 mal weiter weg. Daher erscheinen beide Gestirne am Himmel gleich groß.

Schiebt sich der Mond vor die Sonne gibt es eine Sonnenfinsternis, die aber extrem selten vorkommt.

Mehr dazu ein andermal…